Jahreswechsel – spontan

Also eigentlich war ja schon, bevor ich letztes Jahr nach Sarajevo gefahren bin, klar, dass ich in diesem, als Ende des letzten, mit der Prinzessin vereisen würde. Da könnten die Eltern mal so richtig feiern. Silvester.

Als die Freunde planten, planten sie also ohne mich. Auch, als klar war, dass die Prinzessin noch ein Brüderchen bekommt.

Dass die Kleinfamilie den Neujahrswechsel schon lange nicht mehr ohne die Prinzessin plante, erfuhr ich erst nach Weihnachten. Oder mittendrin. Jedenfalls viel zu spät.

Ich guckte schon nach einem Einzelzimmer in Karlovy Vary und einer Zugverbindeung. Aber dann fand sich noch ein freies Bett in einem der von den Freunden angemieteten Häuser und ein Platz in einem Auto auch.

Das letzte Mal in dieser, damals noch tschechoslowakischen Stadt war ich, als ich 14 war. Oder so. Und ich war sehr gespannt. Damals, als ich noch im unsanierten, vor sich hin verfallenden Leipzig wohnte, kam mir der Kurort recht nobel vor. Sehr nobel.

Die angemieteten Häuser lagen etwas außerhalb der Stadt, in einem Ressort an der Tepla, und, ich glaube, außer uns waren da nur Russen. Russen, die in Deutschland leben, vor allem. Sogar im zum Ressort gehörenden Restaurant gab es neben tschechischer auch russische Küche.

Das nutzte ich am ersten Abend gleich aus und kostete die überaus köstlichen Manti.

Silvester verweigerte ich mich den Wanderern, fand noch zwei weitere Verweigerer und fuhr mit dem Bus in die Stadt. Gut, die 2 km hätten wir auch laufen können, aber das fanden wir erst am Nachmittag raus.

Das Schöne an den anderen zwei Verweigerern war, dass sie ähnlich langsam, manchmal sogar noch langsamer als ich, durch den Bäderort schlunzten als ich und alles, wirklich alles fotografierten.

Karlovy Vary ist natürlich immer noch schön. Nur kommt man eben nicht mehr aus einem vor sich hin verfallenden Leipzig. So ändert sich der Blick. Nobel ist es auf jeden Fall nach wie vor und weil ich die öffentliche Toilette nicht fand, war ich im vermutlich teuersten Café der Stadt auf eben jenem. Fotografiert habe ich dort, im Café, nicht. Damit ich nicht auffalle als nicht dahin gehörend und mir mein Anliegen am Ende noch verwehrt wird.

Wir trafen noch andere Verweigerer, fanden nur einen Fußbreit neben dem Touriviertel eine gemütliche tschechische Kneipe und dann auch noch den Fußweg zurück zum Ressort.

Zur rauschenden Feier trafen wir uns alle im mittleren Haus. Das Übliche. Mit Bleigießen.

Und etwas späteren Frühstück am Neujahrstag.

Da ließ ich mich überreden, auf einen Berg zu spazieren. Die Betonung lag auch Spazieren. Blick über die Stadt, Einkehr in dieselbe und ein noch tschechischeres Restaurant und dann Kalovy Vary am Abend.

War schön. Wie immer. Und mit genug Zeit, mich zu erholen von Menschen um mich herum, die Hilfe brauchen. Oder Unterstützung oder sonstwas.

Und habe mal wieder erlebt, wie sich der Blick verändern kann. Bei Prag gings mir da genau umgedreht. Das fand ich viel prächtiger als früher. Ach ja Prag. Ich schulde Ihnen da ja noch die Fotos und Geschichten. Kommt noch. Jetzt erst mal ..

…hier.

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8 Antworten zu Jahreswechsel – spontan

  1. Herr Ärmel schreibt:

    Karlsbad, Franzensbad und Marienbad kenne ich nur aus der Literatur des 19. Jahrhunderts. Und seitdem träume ich von einem Besuch der ehemaligen feinen Bäder. Wenn ich Deine tollen Fotos sehe, wird mir klar, dass ich aufhören muss zu träumen und endlich meinen Koffer packe samt Geraffel.
    Und wieder was gelernt: Ihr habt beim Bleigiessen mit Piña Colada gelöscht. Ich hoffe, Dir kommt ein gutes Jahr entgegen 😉

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  2. alltagsfreak schreibt:

    Wunderschöne Bilder. In Kalovy Vary war ich, glaube ich 1987 zum letzten Mal. Alles Gute für das Jahr 2016!

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  3. Frau Tonari schreibt:

    Hach.Ich hab grad ´nen Erinnerungsflash. Bädertourismus als Tramper in Studententagen.

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  4. gemeinsamleben schreibt:

    Kalovy Vary und Prag, – ist ja von uns aus fast zum greifen nah. Beide üben eine besondere Faszination auf mich aus, der ich immer wieder gerne erliege.

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  5. Zaphod schreibt:

    Der Faszination würde ich auch gerne mal erliegen, immer wenn ich Fotos aus der Gegend sehe ärgere ich mich, dass sich damals für die Tour zu wenige begeistern konnten. Liegt ja leider nicht gerade um die Ecke, hier war immer nur Dänemark das Silvesterland…

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  6. Mitzi Irsaj schreibt:

    Tolle Fotos. Mein Vater stammt aus der Gegend und trotzdem kenne ich sie kaum.
    Liebe Grüße
    Mitzi

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  7. Inch schreibt:

    @all Ich kann Ihnen, die Sie noch nie oder schon lange nicht mehr da waren, nur allen empfehlen: Fahren Sie hin. Im Winter isses auch gar nicht so voll. Das Wasser aus den Quellen ist warm bis heiß, allerdings auch sehr verdauungsfördernd. Aber dafür gibts ja dort dann auch aller 200m öffentliche Toiletten. Und wenn Sie die eine mal nicht finden, im Café des Hotel Pupp können Sie ganz luxeriös. Sie dürfen sich nur nicht anmerken lassen, dass Sie da eigentlich nicht hin gehören

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