Ein Anfang?

Die erste Woche Nebentätigkeit ist überstanden.

Als freiberufliche Lehrerin unterrichte ich unbegleitete minderjährige Asylsuchende in Fach Deutsch.

Aus den anfänglich 10-12 syrischen Jugendlichen sind 20 geworden. 20 Teenager aus Syrien und Afghanistan. Ich kann Ihnen sagen.

Und aus den ursprünglich angedachten 20-25 Stunden pro Woche, von denen, bzw. dem damit verdienten Geld, ich durchaus hätte leben können, sind aus Raummangelgründen 12 geworden. In 12 Stunden pro Woche verdient natürlich niemand genug Geld, um sich damit ernähren zu können. Zumal ja vom Verdienst alle möglichen Pflichtversicherungen und einige sinnvolle bezahlt werden müssen und am Ende auch das Finanzamt gewisse Ansprüche erhebt.

Dafür kann man mit 12 Stunden pro Woche arbeitslos bleiben. Natürlich wird das eingenommene Geld bis auf einen Betrag unter 200€ vom ALG I abgezogen. Und das Finanzamt besteht trotzdem auf eine Erklärung zum Jahresende.

Man könnte also sagen: Lohnt sich nicht. Zumal man eine Menge Rennereien hat, das Arbeitsamt nach Meldung der Nebentätigkeit sehr flink ist mit der Neuberechnung ist und gleich mal fürs ganze Jahr die Kohle reduzieren möchte. Obwohl der Job doch nur 5 Wochen dauert. Dann ist der Kurs nämlich vorbei.

Nach den Rennereien letzter Woche, um erst mal alles in die Wege zu leiten, Formulare zu besorgen bzw. herauszufinden, welche Formulare man braucht weil man was beantragen muss, folgen nun nächste Woche noch mehr Rennereien, um zum Beispiel beim Finanzamt noch einmal zu erfragen, ob das denn das richtige Formular ist, eine Steuernummer zu beantragen, wenn in dieses die noch nicht vorhandene Steuernummer eingetragen werden muss, und  natürlich zum Arbeitsamt, um klar zu machen, dass der Nebenjob Mitte Februar endet und dann doch wieder ein anderer Anspruch gelten sollte?

Immerhin, durch die Nebentätigkeit muss ich mich nicht so um Kram wie Krankenversicherung kümmern. Dabei wäre das das unkomplizierteste und einfachste gewesen. Bei der zuständigen Kasse traf ich nach nur 5-minütigem Warten auf einen kompetenten Berater, der mir auch sofort erklärte, wie ich auf welche Weise den Beitrag reduzieren könnte. Meine zuständige Kasse ist die AOK  Sachsen. Ich finde, so etwas darf wirklich mal erwähnt werden.

Gut an der Nebentätigkeit ist auch, dass ich  so testen kann, wie das ist, als bezahlte Lehrerin. Und ehrlich, ich bin ganz froh, dass es erst mal nur 12 Stunden sind. Teenager sind nämlich doch etwas anstrengender als Erwachsene. Und außerdem natürlich immer müde. Weil, nachts spielen die ja UNO.

Die erste Woche war also leicht anstrengend. Es ist auch ein Unterschied, ob man etwas ehrenamtlich macht oder dafür bezahlt wird. Irgendwie steigt da der innere Leistungsdruck. Fragen Sie mich nicht, wieso.

Die erste Woche war aber auch sehr schön. Wir hatten viel Spaß und haben wieder viel voneinander gelernt.

Trotzdem, meinen Urlaub, meinen Kurzurlaub habe ich mir verdient.

Ich bin auf dem Weg nach Bozi Dar. Und wenn es uns nicht einschneit, sehen wir uns hier am Montag wieder.

Ich wünsche Ihnen auch etwas Schnee. Und Spaß dabei.

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Über Inch

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5 Antworten zu Ein Anfang?

  1. freiedenkerin schreibt:

    Genieße deinen Kurzurlaub. Ich wünsche dir gute Erholung – und uns interessante Berichte und Fotos von dir. 😉

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  2. Herr Ärmel schreibt:

    Also, liebe Inch, wer mir Schnee wünscht, dem muss ich etwas angetan haben 😉
    Gute Reise und ebenso gute Rückkehr…

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  3. Myriade schreibt:

    „Teenager sind nämlich doch etwas anstrengender als Erwachsene“ Etwas ??? .-)

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  4. Zaphod schreibt:

    Aaaaah nein, kein Schnee bidde, der taugt nur was in Bozi Dar, wo immer das auch liegt. Erhol Dich und bring Bilder mit von verschneiten Baumwipfeln und Dächern oder so…

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    • Zaphod schreibt:

      Was mir noch einfällt, wo Du gerade erwähntest dass die nächtelang Uno spielen. Wieso ist eigentlich noch niemand auf die Idee gekommen Migranten mal Skat beizubringen? Das wäre die integrative Maßnahme Nummer Uno.

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