Mit Kuchen trotzen

Am 11. Januar, als Legida in der Innenstadt sein einjähriges Jubiläum mit den üblichen populistischen Hassreden, verworrenen Plakaten, Wimmerflagen und Freunden, die natürlich keine Nazis sind, in der Leipziger Innenstadt feierten, zogen 250 Nazis zunächst, obwohl angekündigt, unbehelligt nach Connewitz und zerstörten in der Wolfgang-Henze-Straße auf etwa 200 Metern Kneipen und  Geschäfte. Sie warfen Fensterscheiben ein und Brandsätze. Relativ schnell wurden sie von der anrückenden Polizei festgesetzt. Trotzdem war der Schaden hoch.

Und viele verließen die Gegendemo in der Innenstadt, zogen beunruhigt in ihr Wohnviertel. Als später etwa 50 Nazis auch durch Plagwitz zogen, eilten auch die Bewohner dieses Quartiers nach Hause.

Und ich?

Ich stellte mich mit anderen vor eine Flüchtlingsunterkunft, als gedroht wurde, diese anzugreifen.

Ein paar Tage später fuhr ich auf dem Heimweg  durch Connewitz.

Und war entsetzt.

Nicht nur eindeutig alternative oder linke Läden, was immer das heißen mag, waren zerstört worden, sondern auch andere, alteingesessene oder eben solche, wie man sie überall findet. Bäcker, Fleischereien…

Heue nun bedankten sich die Geschäftsleute mit einem großen Straßenfrühstück für die Solidarität, mit der die Leipziger sie nach dem Überfall unterstützten. Gleichzeitig wurde um weitere Spenden gebeten. Denn, viele Geschäfte sind gegen diese Art Vandalismus nicht versichert. Und Autos parkten an jenem 11. Januar ja auch in der Straße..

Es war ein buntes Treiben. Trotz Kälte. Eine Art gigantisches Familienfrühstück.

Ein paar Impressionen

(wie immer: Drauf klicken und groß gucken).

DSCN4137

 

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Über Inch

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5 Antworten zu Mit Kuchen trotzen

  1. Myriade schreibt:

    Sind denn das echte Nazis bzw Neonazis ? Also Leute, die der Meinung sind, dass die politische Linie von Adoilf Hitler verfolgt werden sollte ?

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    • Inch schreibt:

      Also ich würde die ja als Nazis bezeichnen, mit oder ohne Neo ist mir dabei völlig Wurscht. Aber angesprochene Leute meinen, sie seien es nicht. Nur eben … besorgt. Wegen der Ausländer. Und des fremden Kulurgutes. Wegen der Gefahren für deutsche blonde Frauen (ich möchte darauf hinweisen, dass Frau Finsterling tatsächlich von deutschen BLONDEN Frauen sprach; für alle anderen besteht offensichtlich keine Gefahr. Hm. Vielleicht, weil sie nicht echt deutsch sind?) Und wegen der Überfremdung natürlich. Und so

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  2. Herr Ärmel schreibt:

    Ein beeindruckender Bericht. Vielen Dank dafür und für die Fotos auch.

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  3. Zaphod schreibt:

    Kein Kuchen schmeckt besser als Solidaritätskuchen! Am besten mit Kirschen. Oder Äpfeln. Oder egal, Hauptsache lecker Gegennazikuchen.

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