Fast ohne Bücher

und doch ein Fest der Sprache.

Westslam.

Am Donnerstagabend gehe ich mit meiner Gästin zum Westslam ins Neue Schauspiel. Das ist in Lindenau und da war ich noch nie. Entsprechend übersehen wir das Theater fast, denn es ist klein, nur ein kleines Schild weißt auf seine Existenz hin und dann geht man über Hinterhof und eine Treppe hinauf und betritt es durch eine sehr urige Kneipe.

So etwas liebe ich. Da kann man zeitig da sein um garantiert eine Karte zu erwerben und dann mit einem Bier auf den Beginn der Veranstaltung warten. Und Tante Manfred, so heißt sie, ist eine Raucherkneipe. Ich bin rundum zufrieden.

Off-Theater und Kneipe befinden sich in einer ehemaligen Druckerei. Und natürlich strahlen beide Lokalitäten noch dieses industrielle Flair aus.

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Poetry Slam ist in Leipzig ziemlich populär. Trotzdem bin ich das erste Mal live dabei.

Von Bleu Broode ganz wundervoll moderiert, messen sich 9 Leipziger Poeten (nein, am Donnerstag waren keine Poetinnen im „Wettbewerb“) lesen und tragen ihre eigenen Texte vor.

Die Auswahl der Gruppen, von denen die jeweiligen Sieger ins Finale kommen, findet per Los statt. Leider passiert es so, dass es eine sehr starke erste Gruppe gibt, in der allein drei es verdient hätten, in die nächste Runde zu kommen. Beim Klatschen kann ich mich kaum entscheiden. Der Gewinner des Abends ist dann doch einer aus der zweiten Gruppe. Sehr verdient, wirklich. Und von mir mit zum Sieg geklatscht.

Eine Nora Gomringer tritt zu Beginn und nach der Pause als Special Guest auf. Sie ist Gewinnerin des Ingeborg-Bachmann- Bachmann-Preises. Meinen Geschmack trifft sie nur bedingt.

Bleu Broode dagegen ist Klasse. Und der Gewinner des Abends, dessen Namen ich natürlich umgehend vergessen habe.

Aber vielleicht gehe ich eines Tages ja wieder einmal zu so einer Veranstaltung. Schon der Kneipe wegen lohnt sich das. Und wenn ich das ein-zweimal im Jahr mache, merke ich mir vielleicht auch irgendwann irgendwelche Namen. Wenn ich dann ein Insider bin.

 

 

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Über Inch

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2 Antworten zu Fast ohne Bücher

  1. Zaphod schreibt:

    Ich hab immer noch keine rechte Vorstellung von so nem Poetry-Slam. Ich hab zwar das ein oder andere unfassbar lustige Ding mal auf youtube gesehen, hab aber keinen Plan ob das immer so lustig ist oder mich irgendwelche Hinterhofpoeten mit „Der Wolf! Das Lamm! Auf der grünen Wiese, Hurtz!“ veräppeln wollen.
    Wenn ich viel Zeit hab guck ich mir das mal an.

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    • Inch schreibt:

      Naja, bei wie an dem Tag 9 Vorträgen kann es schon mal sein, dass einem das ein oder andere nicht gefällt. Veräppelt fühlte ich mich nie. Ich fand nur ein oder zwei Poeten nicht so talentiert, einen dagegen recht affektiert. Aber insgesamt war es sehr schön. Es gab mindestens 3, die mir richtig, aber richtig gut gefallen und denen ich allen den Sieg gegönnt hätte und nochmal zwei sehr gute.

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