# Nippes

Jemanden, der eine ganze Vitrine voll Elefanten hat, nach Nippes zu fragen, ist schon merkwürdig.

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Und Elefanten stehen ja nicht nur in besagter Vitrine, sondern überall in der Wohnung rum.

Trotzdem, als ich über einen Beitrag zu sunnys Blogparade Punkt.Punkt.Punkt, bei der mitmachende BloggerInnen sich jeden Sonntag zu einem vorgegebenen Thema Gedanken machen sollen und wollen, nachdachte, sah ich etwas anderes vor mir.

Einen Hund aus Porzellan.

Der stand bei meinen Großeltern auf der Anrichte.

Schon als ich noch ein ganz kleine Inch war und wir alle zusammen in einer Wohnung lebten, stand er da. Ein Vorstehhund, ganz in dunklem Weiß.

Und später, als wir längst alle nicht mehr zusammen wohnten und noch später, als ich schon eine eigene kleine Familie hatte und ein paar Wohnungen weiter, stand er immer noch da.

Weil ich ihn so mochte, ging er in meinen Besitz über.

Und stand nun hier auf dem alten Küchenschrank, vor dem Plattenspieler, auf dem Plattenschrank. Mal ganz allein, mal Grünpflanzenumrankt.

Er überlebte alle Umzüge. Damals, als ich noch von Wohnung zu Wohnung vagabundierte.

Nun hätte ich ihn Ihnen gern gezeigt.

Doch.

Er ist weg.

Natürlich ist er nicht wirklich weg. (Nichts kommt weg). Wahrscheinlich habe ich ihn nur gut verpackt in Sicherheit gebracht, wegen der Katze, die  gern mal Zeugs zerdeppert. Nur, wohin habe ich ihn gepackt?

Keine Ahnung.

Ich habe mindestens eine halbe Stunde gesucht und dann beschlossen, dass er sicher so gut verpackt und verwahrt ist, dass ihn kein noch so depperter Kater finden und zerstören kann. Da soll er mal schön bleiben, der Hund aus Porzellan. Gibt ja genug Nippes. Die Elefanten zum Beispiel.

Und anderes.

Man bringt ja gern aus Urlauben mit. Irgendwann fragt man sich dann allerdings: Wozu?

Ich habe vor einiger Zeit sehr viel in diesem Haushalt entsorgt. Ein Jahr lang fast täglich etwas. Da war viel Nippes dabei.

Schon eher habe ich begonnen, mir nix mehr aus dem Urlaub mitzubringen, außer Kühlschrankmagneten. Die nehmen nicht soviel Platz weg und sind auch nützlich. Und die Elefanten sind mir  alle, wirklich alle geschenkt worden.

Trotzdem natürlich, manchmal.

Manchmal muss es etwas anderes sein als ein Magnet.

Dieser feine Herr aus Rumänien zum Beispiel.

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Direkt aus Korond und handgefertigt.

Oder dieser Klezmermusiker aus Krakow.

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Natürlich darf auch eine Matrjoschka nicht fehlen. Mit der kann die Prinzessin ja sogar spielen. Oder könnte.

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Die Dame ist übrigens nicht aus Russland, sondern aus Lettland, glaube ich, und das Schaf Osterdeko.

Aber dann, gestern, bei den Eltern, habe ich noch so ein Mitbringsel entdeckt. Eins, das ich sogar selbst mal mitgebringselt habe. Aus Rumänien. Irgendwann in den 1980ern. Ob es Nippes ist, dürfen Sie selbst entscheiden, denn es sieht ja doch recht nützlich aus.

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Das rechte ist das meinige, ich meine, mein Mitbringsel.

 

Ich hätte natürlich noch mehr zeigen können. Dinge hier in meiner Wohnung. Ein Ritter aus ich weiß nicht wo, so Zeug aus Rumänien, ein Kamel aus Tunesien. Aber da das alles meine Aufräumaktion vor einigen Jahren überlebt hat, würde ich es nicht als Nippes bezeichnen. Denn irgendwie scheint es mir ja wichtig zu sein.

Oder ist Nippes gar kein unnötiger Kram?

 

 

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Über Inch

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7 Antworten zu # Nippes

  1. Herr Ärmel schreibt:

    Vom Allerbesten lese ich nichts 😉
    Das geniale Neue Meyers Lexikon, in dem alles drinnestand, was hier in unserem fehlte 😉

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  2. sophialone schreibt:

    Ich finde ja auch, sobald diese Hinstellerchen einen Nutzen haben, sind sie keine Nippes mehr. Und so eine ganze Themensammlung (Elefant) hat dann auch wieder eine anderer Daseinsberechtigung als reines Nippes.
    LG Iris

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  3. Sandra schreibt:

    Hallo Inch,

    Nippes ist vermutlich der Kram, der bei deiner Aufräumaktion den Weg in die Entsorgungstüten gefunden hat. Der Rest sind Herzensstückchen, oder eben liebgewonnes, dass beim Anschauen und Anfassen schöne Erinnerungen heraufbeschwört. Ach, ich bin ein wenig philosophisch heute früh ;-D.
    An Colonel Hardy und seine Frühpartrouille aus dem Dschungelbuch musste ich gleich denken, als ich deine Vitrine gesehen hab.

    Liebe Grüße und schöne Ostern
    Sandra

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  4. Frau Tonari schreibt:

    Nippes scheint das zu sein, was eine Möbelausstellung von einem Zuhause unterscheidet. 😉
    Es sind Erinnerungsstücke, an wen oder was auch immer.
    Wenn die Erinnerung an damit verbundene Dinge verblasst, dann dürfen sie bei mir auch gerne wieder ausziehen.
    Bei manchen Dingen bringe ich es aber einfach nicht übers Herz, sie zu entsorgen, obwohl ich sie nicht nutze und sie nur Platz wegnehmen. Ich denke da gerade an die Sammeltassen meiner Großmutter.

    Gefällt 2 Personen

  5. Zaphod schreibt:

    Porzellanhunde sind Nippes, ganz bestimmt. Am schlimmsten sind die lebensgroßen Porzellandalmatiner. Aber Klezmermusikanten und handgedengelte rumänische Herren mit Zwirbelbart können kein Nippes sein, das ist bestimmt Kunst, mindestens jedoch Kunsthandwerk.

    Gefällt 2 Personen

  6. Kerstin schreibt:

    Den Herrn aus Rumänien finde ich besonders schön. Liebe Grüße, Kerstin

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