# Angst

The only thing to fear is fear itself.

Das hing jahrelang in meinem Wohnzimmer. Es betitelte ein Bild, dass einen Free solo Kletterer zeigte.

Nun Free Solo bin ich nie geklettert. Free Solo, ohne Seil, das ist etwas für lebensmüde, gelangweilte Zivilisten.

Die Sächsische Schweiz bietet genug Gelegenheiten, es mal mit der Angst zu bekommen.

Als ich mich entschloss, an sunnys Blogparade Punkt.Punkt.Punkt teilzunehmen, musste ich auch ein Thema liefern.

Dieses schien mir recht passend. Sunny hat es, der besseren Verständlichkeit wegen, in Angst umgewandelt. Vielleicht habe ich es auch selbst vorgeschlagen, mit dem englischen Untertitel.

Angst hat man natürlich nicht nur beim Klettern.

Angst ist wichtig, sichert sie doch unser Überleben.

Allerdings, manchmal kann Angst lähmend sein.

Und das lernt man beim Klettern. Und auch wie gefährlich diese lähmende Angst ist. Dann klebt man zitternd in irgendeiner Wand, traut sich nicht vor und nicht zurück und gefährdet damit sich und die anderen. Ich habe solche Situationen erlebt.

Die Angst zu überwinden ( denn.es.kommt.kein.Hubschrauber.Dich.zu.retten), ist zermürbend. Für alle.

Hat man es geschafft, ist man nicht immer glücklich. Nicht sofort. Aber meistens, wenn vielleicht manchmal auch erst etwas später, doch irgendwie stolz, stärker sowieso.

Und kennt man dieses Gefühl nicht auch aus dem richtigen Leben? Ich meine, dem ohne Kletterei? Wie oft lähmt uns die Angst. Aber wie befreiend ist es, wenn wir uns aus dieser Umklammerung befreien können? Vielleicht zittern wir noch eine gewisse Zeit, schelten uns selbst unserer Unvorsicht. Wenn aber das Zittern vorbei st, geht auch die Schelte. Wir sind stolz etwas geschafft zu haben. Und stärker.

Doch zurück zum Klettern.

Die besten Momente sind die, wo man die Angst, sobald man sie im Nacken ahnt, überwinden kann. Wenn man sie ausschaltet, bevor sie andocken kann und jedes Handlen übernimmt bzw jedes Nicht-Handeln.

Dann funktioniert der ganze Körper scheinbar ohne den Umweg übers Gehirn, das denkende.  Jeder Handgriff, jeder Fußtritt sitzt. Die Wand liest sich so klar wie ein Buch in Großbuchstaben. Es gibt keine Zweifel, keine Fehler, kein Misslingen. Das Gefühl ist leider nicht zu beschreiben. Es ist der absolute Sieg über die Angst.

Noch auf dem Gipfel ist man in einer Art Rausch.

Leider sind diese Moment sehr selten, denn sie treten nur an sehr kniffligen Stellen auf.

Meistens habe ich schon am Fuß der Wand Angst und suche mir lieber einen einfacheren, machbareren Weg. Eine Genussroute eben. Ich bin ja nicht darauf aus, mir weh zu tun. Oder irgendwo bewegungsunfähig, von Angst gelähmt, wimmernd in der Wand zu hocken.

Aber ehrlich, mir reichen die paar anderen Momente.

Angst hilft uns zu überleben. Das wissen wir alle. Oder sollten es. Doch Angst kann lähmend sein, Das habe ich beim Klettern gelernt. Sie dann zu überwinden, macht in den meisten Fällen stolz und stärker.

Ich habe Ihnen eine unvollständige Auswahl an Fotos herausgesucht. Was ich so auf die Schnelle finden konnte. Das eine, das vom Loküberfall, ist wohl auf einer anderen Festplatte. Oder analog. Macht nichts.

Wie immer. Wer groß gucken will, klickt aufs Bild

 

 

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Über Inch

www.inch.beep.de
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10 Antworten zu # Angst

  1. Sabienes schreibt:

    Vor dem Klettern habe ich auch Angst, Höhenangst kann ich nur überwinden, wenn ich durch eine gute, sichere Mauer oder Gitter geschützt bin. Aber ein bisschen schade ist das schon!
    LG Sabienes

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  2. sophialone schreibt:

    Du machst ja atemberaubende Touren! Den Ansatz, Angst als Herausforderung, sie zu überwinden, zu sehen, finde ich auch sehr interessant.
    LG Iris

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  3. Sandra schreibt:

    Hallo Inch,

    bewundernswert! Dieser Angst würde ich mich nicht stellen wollen. Dein erster Absatz zum Thema klettern, beschreibt gut, wie es mir gehen würde. Klebt an der Wand und wagt keinen einzigen Schritt. Deine Fotos zeigen, dass es eine tolle Belohnung ist wenn man sich traut. Die Tante lässt mich schon hier vor Ehrfurcht erstarren.

    Liebe Grüße
    Sandra

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  4. Barbara schreibt:

    Halo Inch,

    ich bekomme schon ein beklemmendes Gefühl, wenn ich deine Fotos nur anschaue. Ui, ui, ui…
    Mutproben, Abenteuersport und dergleichen, Aktivitäten also, bei denen Angstlust eine tragende Rolle spielt. sind nichts für mich. Sogar als Zuschauerin machen sie mir Angst. Zirkus, Akrobatik und solche Sachen sind deshalb für mich tabu. Ich gestehe: Ich bin die Angsthäsin in Person.

    Schön, dass es auch Nicht-Angsthasen gibt.

    Ich wünsche dir einen guten Start in die neue Woche
    Barbara

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  5. Vinni schreibt:

    „Ui ui ui“ war auch mein erster Gedanke. Ich bewundere die Kletterer – das wär aber nix für mich 😉

    Gruß
    Vinni

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  6. Herr Ärmel schreibt:

    Guten Tag liebe Inch, ich lese und sehe seit Ewigkeiten nichts mehr von dir. Das finde ich schade.
    Deine Bilder sind für mich geradezu schwindelerregend. Ich kam als Kind auf keinen Baum rauf. Niemand hats mir gezeigt und die grösseren Kinder haben mich ausgelacht. Da habe ich es aufgegeben.
    Als ich aber vor etwa zehn Jahren zu einem Kletterschnupperwochenende in der Rhön war, haben wir in einer Halle mit den Grundkenntnissen bezüglich Seile und Technik angefangen.
    Am zweiten Tag gings raus an die steilen hohen Felswände. Als ich die erste zwanzig Meter hohe senkrechte Wand hochgekommen bin, war ich mächtig stolz und habe mich auch gefreut, dass es eigentlich ganz einfach. Man muss einfach nur hochsteigen.

    Ich freue mich auf ein Lebenszeichen von dir,
    Herr Ärmel

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