Lebenszeichen

Es tut mir leid.

Ehrlich.

Aber..

Also ich lebe noch.

Und es rührt mich, dass  mir einige gemailt haben. Das macht natürlich auch ein schlechtes Gewissen. Aber ich wollte heute sowieso… Wirklich.

Über einen Monat habe ich nichts von mir hören lassen, das erschreckt mich selbst ein bisschen.

Aber wissen Sie, nach der Schule bin ich gern in den Garten gefahren, habe da die Einsamkeit genossen, mich über Besuch gefreut, und wenn ich mal zu Hause war und doch den Laptop angemacht habe, dann nur, um nach Jobs zu suchen, Bewerbungen zu schreiben, Jobs für einen Klienten zu suchen, Bewerbungen zu schreiben, nach einem WG-Zimmer für K. zu suchen, nach einem Sportverein für K., für ein Referat zu recherchieren, das Referat zu schreiben…

Jetzt ist der Kurs vorbei. Ich habe sofort gemacht, was ich die letzten Wochen schon am Wochenende gemacht habe: Ich bin in den Garten gezogen. Komplett und mit Milli.

Nur wenn Gäste kommen, bin ich in der Wohnung. Oder zum Wäsche waschen. So Zeug eben.

Nur eben, im Garten, da gibts kein Internet. Was ja eigentlich und irgendwie auch cool ist.

Statt in die Kiste zu starren, sehe ich den Pflanzen beim Wachsen zu, habe mich über die ersten Tomaten gefreut und werde jetzt davon überschwemmt. Genau wie von den Gurken. Ich staune, wie viel Platz die Kürbisse brauchen, freue mich, dass Bienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber meinen Borretsch so gut annehmen, kämpfe gegen Giersch und Zaunwinde, schaue selbst gezogenem Kohlrabi, Stockrosen und Löwenmaul beim Wachsen zu, habe kein Glück mit Salat, frage mich, wo Klatschmohn und Kornblumen hin sind. Und der Alant? Und wie erntet man Waldmeister? Und was davon? Wozu ist Borretsch überhaupt gut, außer für Bienen? Ich ernte Himbeeren, koche Kirsch- und Brombeermarmelade, letztere wahlweise mit Äpfeln und/oder Lavendel, habe viel zu viel Mangold.

Ich freue mich, dass Milli nach wie vor kommt, wenn ich ihn rufe, freue mich, wenn die Kinder da sind. Und K. Und andere Freunde. Und ich begrüße jeden Morgen das Goldammerpärchen in meinem Garten.

Ich habe das Gefühl, vollkommen entschleunigt zu sein. Und ja, ich genieße es auch, wenn niemand da ist. Dann lese ich, oder jäte Unkraut, oder gucke den Pflanzen beim Wachsen zu… na Sie wissen schon.

Natürlich bin ich nicht nur im Garten. Ich habe ziemlich oft und viel syrisch gegessen, die letzten Wochen. In der Schule habe ich coole Menschen kennengelernt, die mir hoffentlich nicht verloren gehen werden. Wir waren in Grethen zur alljährlichen Radtour. Das Frühstück am See habe ich allerdings verpasst. Dafür war ich auf einem Grundstück direkt am See, da wohnen die Pächter in Bauwagen und alten Wohnwagen.

Das Kind, das Kleine, war da und ist jetzt in Berlin. Und die Prinzessin und der Kleine König wachsen und wachsen und wachsen.

Und ich habe Grillen gelernt!

Im September bin ich wieder da. Regelmäßig. Versprochen.

Ein paar Fotos aus den letzten Wochen

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Über Inch

www.inch.beep.de
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9 Antworten zu Lebenszeichen

  1. Herr Ärmel schreibt:

    Ach, liebe Inch, du machst das genau richtig. Und die stimmungsvollen Fotos zeigen das auch. Bei der Erwähnung der Kirschen wollte sich meine Stirn in Falten legen. Du weisst schon.
    Borretsch ist übrigens eines der sieben unverzichtbaren Kräuter für eine echte Grie Soss´ 😉
    Jetzt ist alles gut und ich warte gerne bis Spetember und wünsche dir eine gute Zeit bis dahin.

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  2. Dirgis (Sigrid) schreibt:

    Schön von Dir zu hören. ich war auch schon kurz davor per FB nachzufragen, ob es Dir gut geht. Es geht Dir gut! Und so ein Garten kann wunderbar entschleunigen.

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  3. Trude schreibt:

    Danke fürs „Melden“! So soll es sein…. entschleunige weiter, denn der Alltag kommt sicher schneller wieder als gedacht. Toll ist der Garten geworden und die Ernte ebenfalls, also doch ein grüner Daumen vorhanden ist *lach*.
    Winke zu dir von Garten zu Garten, die Trude.

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  4. Gudrun schreibt:

    Ich freue mich über deine Gartenimpressionen und darüber, dass es dir gut geht. Es hat sich ja viel verändert seit einem Jahr. Ein schöner Garten ist es geworden.

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  5. Heidi Büchel schreibt:

    Sie waren ja sehr fleissig, sonst wäre der Garten nicht so toll im Schuss. Schön, dass Sie aber zwischendurch entschleunigen können, denn Bewerbungsschreiben versenden kostet viel Kraft, bzw. das Verarbeiten der Absagen.
    Blühende Waldmeistersträusschen pflücke ich zum Aufhängen in der Wohnung. Sollen gegen Fliegen und Mücken wirken und riechen getrocknet ausserdem gut.

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  6. Zaphod schreibt:

    Ah, also nicht von einem Kletterfelsen gestürzt und auch nicht mit Nazis geprügelt und inhaftiert oder spontan Urlaub per Anhalter nach Hatschepustan gebucht. Nur im Garten gechillt.

    Jetzt bin ich beruhigt 😉

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  7. freiedenkerin schreibt:

    Das ist ja sehr beruhigend und auch erfreulich, dass es dir so gut geht, und du deine Zeit in deinem Garten so sehr genießt. Ich wünsche dir noch viele schöne Stunden dort, im Kreise deiner Lieben, und natürlich auch mit Millie the Cat. 🙂
    Hab es fein!

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  8. Troll schreibt:

    Sogar ich wollte schon nachfragen … aber recht hast du – einmal ohne Internet das sollte man eigentlich viel öfter machen … ganz liebe Grüße

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  9. Sehr schoene Fotos! Geniesse weiter Deinen wunderschoenen Garten!
    Liebe Gruesse Monika

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