Diesmal wars ne Maus

Das alljährliche Frauenboofen hätte ich diesmal fast verpasst. Weil ich sicher war, das findet erst nach den Ferien statt. So musste ich die auch jedes Jahr stattfindende Radtour nach Grethen absagen. Schließlich bin ich nicht nur Frauenbooferin, sondern auch Chaffeusse bei diesem Event.

Diesmal ging es zur Lehnsteigboofe. Auch eine von diesen offiziellen Freiübernachtungsstellen, die, wie mir eine Mitbooferin erzählte, mittlerweile im Internet mit GPS- Daten zu finden sind. Da muss frau sich nicht über den Andrang wundern. Immerhin, im Internet steht auch, dass man seinen Müll mitnehmen muss. Die „Toiletten“ dagegen sind bei der Anzahl von Menschen, die sich dort konzentrieren, nicht mehr zu benutzen. Wir hatten zum Glück ne Schippe mit. Ausscheidungen am Berghang zu vergraben… das muss ich allerdings noch üben.

Gut.

Themawechsel.

Die Lehnsteigboofe hat den Vorteil, dass sie ziemlich nah an Schmilka liegt. Das bedeutete weniger Schlepperei, weil wir beschlossen, außer zum Frühstück einfach immer essen zu gehen. Frau wird ja auch nicht jünger. Dann hat man von der Boofe aus einen wunderbaren Weitblick, es gibt allerhand Stiegen ringsherum, den Winterberg (mit Gaststätte) und von wildernden Bilchen oder Füchsen hatten wir auch noch nix gehört.

Doch gleich am ersten Abend, wir hatten gerade in Erinnerung an den letztjährigen Bilchboofenterror geschwelgt, schrie eine Mitbooferin auf. Ich dachte noch „Nicht schon wieder“, da hatte doch tatsächlich eine Maus. EINE. MAUS. Zugebissen. In den Finger! IN.DEN.FINGER. Das Leben in der Natur wird immer gefährlicher.

Wir räumten unser Essen ganz weit weg und ließen nur die Nasenspitzen aus den Schlafsäcken gucken. Ganz schön blöd. Als wäre es besser, in die Nase gebissen zu werden als in den Finger. Außerdem war es viel zu warm, ich garte sozusagen im eigenen Saft. Das ist dem Schlaf nicht zuträglich. Das Rascheln der Mäuse im Essen auch nicht. Ich habe ja die alte Blechbüchse wieder hervorgekramt, nach den Erlebnissen des letzten Jahres. Aber alles passt da nicht rein. Und so hatte das Viehzeug Löscher in meinen Lieblingsbeutel geknuspert.

Unglaublich.

Am Samstag ging es über den Winterberg (geeiste Gurkensuppe) und ein paar Stiegen nach Schmilka. Ordentlich schlemmen und dann an der Elbe verdauen.

Zurück in der Boofe hatte sich ordentlich Volk angesammelt. Ich glaube, ich bin bis Schmilka gelaufen, als ich mal musste.

Dafür habe ich dann am Sonntagmorgen einen ganz fantastischen und einsamen Sonnenaufgang erlebt.

In der 2. Nacht haben wir das mit den „Finger-in-den-Schlafsack“ übrigens nicht mehr so ernst genommen. Ist trotzdem niemand gebissen worden. Obwohl sich die Maus so fett gefressen hatte, dass sie am Morgen gar nicht richtig fliehen konnte.

Bilder gibts diesmal viele von Schmilka. Drauf klicken hilft beim groß gucken

 

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6 Antworten zu Diesmal wars ne Maus

  1. freiedenkerin schreibt:

    Endlich meldest du dich mal wieder! 🙂
    So schön ich deine Bilder finde, so eine Boofe wäre mittlerweile wohl eher nichts für mich. 😉
    Alles Gute und Liebe!

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  2. Anka Neumann schreibt:

    Ach wie peinlich. Wie ich hier so las, das erste mal im übrigen, dachte ich tatsächlich, du verwendest codewörter für etwas…boofen…schmilka..ich googelte den namen des cafes und fand mich unversehens auf seiten wieder, die mir erklärten, was ich erst nicht glaubte…das gibt es wirklich…und die bilder sind wunderhübsch!!! da will ich auch hin, auch ohne boofen…. ich doofie

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  3. Dirgis (Sigrid) schreibt:

    Schön wieder von dir zu hören. Zum Glück hattet ihr traumhaftes Wetter zum Boofen.

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