Tote Steine in Athen

Wir waren ja, wie schon erwähnt, eigentlich in Athen, um tote Steine und Anarchisten zu gucken.

Selbst, wenn man an ersterem kein Interesse hat, kommt man in einer Stadt wie der griechischen Hauptstadt nicht um selbige herum. Jedenfalls im Großraum Zentrum. Da erhascht man über Dächer oder durch Seitenstraßen immer wieder einen Blick auf die auf ihrem Hügel thronende Akropolis.

Wir wollten da erst Mittwoch oder so hin, wenn garantiert die wenigsten Touristen in der Stadt sind und so war es eher Zufall, dass wir am Sonntag Nachmittag schon im Olympieion bzw dem Tempel des Olympischen Zeus landeten.

Der gehört jetzt nicht zur Akropolis, ist aber von ihr aus zu sehen, liegt an einer ziemlich befahrenen Straße und naja, am Sonntag, wir standen zufällig vor dem Eingang und wollten nur nach diesem Kombiticket fragen, da war der Eintritt frei.

Na aber nichts wie rein.

Im Winter haben die zu bestaunenden toten Steine nur bis 17:00 Uhr geöffnet, da muss man flink sein, frau auch. Wir mussten diese bittere Lektion noch lernen.

Gleich neben dem Tempel des Zeus steht Hadrians Tor. Und zwar so dicht an der Straße, dass sich nun wirklich kein Zaun drum bauen lässt und deshalb frei und kostenlos zu besichtigen ist. An jedem Tag, nicht nur wenn man an einem Sonntag mal Glück hat.

Aber das Kleine Kind kam mit dem Studentenausweis sowieso überall kostenlos rein. So muss das auch sein. Ich hoffe, auch Schulkinder dürfen kostenlos die Kultur bestaunen. So wie in Russland. Und ich finde es um so bemerkenswerter, dass die Griechen trotz Knebel aus Deutschland bzw. EU diese Bildung -für -alle -Mentalität, jedenfalls was Museen und die eigene Geschichte betrifft, beibehalten haben. Deutschland kann sich da eine ganz fette Scheibe abschneiden. Aber wen interessiert in Deutschland schon Bildung für alle?

Wie dem auch sei. Das Große Kind und ich erstanden also ein Kombiticket. Gilt drei Tage und ist jetzt nicht so ganz billig. Was wir nicht wussten, ist, dass man da jeweils nur EINmal zu jeder Säule darf. Das ist blöd. Denn die Akropolis ist groß und wir nun keine Frühaufsteher. Ins Akropolismuseum darf man mit der Karte auch nicht, das kostet extra, außer fürs Kleine Kind. Und in der Ancient Agora waren wir erst gegen 15:00, am nächsten Tag, nicht ahnend, wie groß die ist und natürlich rannten ab 16:45 Uhr die Aufpasser mit den Trillerpfeifen rum und jagten alle vom Gelände. Dabei ist Einlass noch bis 16:45 Uhr. So gesehen, konnten wir noch froh sein, schon 15:00 Uhr dagewesen zu sein. So war ich nie in Hadrians Bibliothek, die guckte sich das Große Kind am nächsten Tag alleine an. Von der Ancient Agora sah ich nur die Hälfte, die Kinder die andere Hälfte. Das Große Kind allerdings wollte alles sehen und weil das Kleine Kind meinte, hat mein eine Säule gesehen, hat man alle gesehen, gab sie gern ihren Studentenausweis her und ging mit mir Anarchisten gucken, während das Große Kind sich wirklich jeden toten Stein ansah. In der Römischen Agora waren wir aber alle drei und ganz lange. Und das ist dann auch schon alles bedeutende, was es in Athen an toten Steinen zu sehen gibt.

Jetzt kommen ganz viele Bilder. Und wahrscheinlich haben Sie alles schon einmal gesehen. Wer trotzdem wissen will, wie ich die Dinge gesehen habe, klickt aufs Bild, dann wird’s groß.

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2 Antworten zu Tote Steine in Athen

  1. freiedenkerin schreibt:

    Immer wieder faszinierend anzuschauen.

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  2. Herr Ärmel schreibt:

    Feine Fotos – schönen Dank dafür. Und für den Text natürlich auch…

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