Wandertag (22.06.2019)

In der Nacht hat es geregnet. Und auch am Vormittag ist es noch recht frisch.

Heute wollen wir Räder ausleihen und auf die andere Seite der Insel fahren. Das sind 20 km hin und 20 zurück. Dabei müssen wir jeweils 10 km bergauf und 10 km bergab fahren, weil zwischen unserem und dem anderen Ufer ein fieser Berg liegt.

Aber noch ist es uns zu windig und trüb.

Laufen wir also erstmal zur „Promenade“, trinken Kaffee, essen Blini und kaufen noch mehr Socken aus Yakwolle und für die Enkelin der Freundin eine Wackelmatrjoschka.

Währenddessen wägen wir das Für und Wieder der Radtour ab. Und entscheiden.

Nein.

Wir wandern lieber.

Richtung Klein Chuschir vorbei am „chinesischen Lager“. Hier sieht jedes Haus gleich aus. Und natürlich schützt ein Tor die Insassen, äh Bewohner, vor ungebetenen Gästen. Oder soll eher vermieden werden, dass die Bewohner unbefugt das Camp verlassen? Gut, Ferienanlagen sehen in der Regel immer hässlich aus. Und bestehen immer mehr oder weniger aus gleichen Bungalows.

Wir staunen über das Verständnis der Russen für Naturschutz. Direkt neben dem Schild, das die Grenze markiert und Auto fahren und Feuer verbietet, stehen neue Wohnhäuser und Autos und natürlich, da wo noch Wald ist, liegt Müll in eben diesem.

In einem Restaurant in einer Jurte wollen wir nun unbedingt einkehren. Aber erst müssen wir warten bis die Betreiber, die in ein paar Jurten nebenan wohnen, da sind. Und dann gibt es nur Käse. Gehen wir eben weiter.

Bin ich froh, dass wir keine Räder ausgeliehen haben. Es geht stetig bergan, es gibt keinen Baum, dafür einigermaßen Wind. Irgendwo da oben ist ein Aussichtspunkt. Den wählen wir als Ziel aus. Der Weg zieht sich.

Oben werden wir allerdings tatsächlich mit einer schönen Aussicht belohnt. Trotz trüben Wetters können wir das gesamte Ufer von Klein Chuschir bis Chuschir sehen. Die Orte natürlich auch. In die andere Richtung allerdings starren wir nur auf noch mehr Berge. Bin ich froh.

Über diese Berge wollen wir bei dem Wetter nicht mal laufen. Wir kehren zurück, kaufen im Supermarkt Reiseproviant, essen irgendwo Buusy und trollen uns in unsere Unterkunft.

Am Abend zieht dicker Nebel vom Baikal her. Das ist ein Naturschauspiel, das ich allerdings ohne Kamera genieße, weil ich nur noch mal raus wollte. Als ich mich endlich lösen kann vom Spektakel und den Fotoapparat geholt habe, ist es eigentlich schon vorbei. Hat weniger als eine halbe Stunde gedauert, da ist der Ort in dicken Nebel gehüllt.

Morgen soll es regnen. Egal. Morgen geht es zurück nach Irkutsk.

Es folgen ein paar Nebel- und ein Müllbild.

Über Inch

www.inch.beep.de
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4 Antworten zu Wandertag (22.06.2019)

  1. athenmosaik schreibt:

    Das Bild mit dem Nebel ist so unglaublich verzaubernd, wie aus einem Film, den ich gern sehen würde.

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  2. freiedenkerin schreibt:

    Das Nebelbild ist Klasse! Und der Schiffsfriedhof so herrlich morbide.

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