Platzkartnaja (24.06.2019)

Heute fahren wir Transsib. 3. Klasse. Das hatte ich mir gewünscht. Da wir am Tag fahren, können wir, falls es uns zu bunt wird, immer noch in den Speisewagen ausweichen.

3. Klasse, Platzkartnaja, bedeutet bis 36 Liegen in einem Wagon. Wir sind gespannt.

Doch zunächst heißt es wieder mitten in der Nacht aufstehen, 5:00 Uhr. Ein Taxi bringt uns zum Bahnhof auf der anderen Seite der Ankara.

Es ist neblig. Es ist kalt. Keine idealen Bedingungen für der Freundin Must have Foto vor dem Bahnhofsgebäude. Schließlich war deren Kindheitswunsch, das Synonym für ganz weit weg, immer Irkutsk. Es wird halt ein sibirisches Foto. Dick eingemummelt, Mütze, Kapuze.

Unser Wagon ist relativ leer. Interessiert begutachten wir alles. Auf der einen Seite, da wo wir zum Glück unsere Liegen haben, sind je zwei Liegen übereinander, in einer Nische insgesamt vier. Die unteren Liegen dienen am Tag als Sitzplätze, die oberen können zur Lehne runtergeklappt werden. Auf der anderen Seite sind zwei Liegen übereinander, die untere wird allerdings am Tag vollständig hoch bzw zu Sitzen und Tisch geklappt. Dort hat man bei einer längeren Fahrt sicher die A**karte.

(Wie es in der 2. Klasse, im Kupé, zugeht, können Sie hier nachlesen. Vor 5 Jahren sind wir ausschließlich Kupé gefahren. Im Zug)

Aber wir fahren nur 12 oder 14 Stunden, entlang am Baikal, nach Ulan- Ude. Bis Sljudjanka allerdings liegend. Wir müssen Schlaf nachholen. Frische Bettbezüge gabs gleich nach dem Einsteigen.

In Sljudjanka, einem Urlaubsort direkt am Baikal, haben wir 45 min Aufenthalt. Es gibt keine Babuschki, auch vor dem Bahnhofsgebäude nicht. Dafür höchst offizielle Kioske. Wir kaufen Omul und Piroschki. Und ich staune wieder mal, dass importierte Zigaretten, in dem Fall die Marke mit M, billiger sind als russische.

Der Baikal lässt sich kaum sehen, hüllt sich in dicke Nebelschwaden ein. Die Freundin hat Kopfschmerzen. Vermutlich von den Rüttelfahrten auf Olchon.

In Wydrino stehen sie, die Babuschki. Doch ich habe nur 500 Rubel, die mir niemand wechseln kann. Jetzt bin ich auch leicht bedient, denn natürlich ist der Omul aus dem Kiosk ungenießbar. Wieso kriegen den nur die Kafes und die Opis der Omis so hin, dass man ihn essen kann? Fragen über Fragen.

Abends treffen wir in Ulan- Ude ein und laufen eine kleine Ewigkeit zum Hotel. Hier ist es gar nicht neblig , dafür richtig heiß. Und das Hotel, die billigste Unterkunft auf dieser Reise, ist die nobelste. So richtig mit Hausschühchen und Bademantel und Hygieneprodukten im Bad. Dem Hotel ist ein gutes Restaurant angeschlossen, das wir unserem nicht verzehrten Reiseproviant vorziehen.

Heute gibt es wieder ein paar mehr Bilder. Aus dem Zug und aus dem Zug heraus, als das Wetter besser wurde und natürlich ein paar Stationen gibt es auch zu sehen. Den Baikal nicht. Der lag unter einer dicken grauen Nebelschicht. Und als es aufklarte, hatten wir den See längst passiert. Drauf klicken erleichtert wie immer die nähere Betrachtung.

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2 Antworten zu Platzkartnaja (24.06.2019)

  1. Zaphod schreibt:

    Du solltest ein Buch schreiben. Rustikales Reisen für Unerschrockene. Irgend etwas in der Richtung jedenfalls :))

    Und egal wie, ich würde unten liegen wollen in der Platzkartnaja, alles andere sieht zu sehr nach Turnübungen aus.

    Liken

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