Rad statt Zug (21.10.2020)

Eigentlich säße ich jetzt im Zug. Würde durch Südosteuropa gurken. Rumänien, Moldavien, Ukraine. So in etwa. Genau geplant hatte ich noch nicht. Es war ja relativ früh in diesem Jahr klar, dass das wohl nichts wird. Wenn frau realistisch ist und Corona nicht als Grippe abtut.

Alternativ also wandern mit der Prinzessin. Die hatte sich das gewünscht. Ich habe ein Buch gekauft zum Grünen Band und schon mal geguckt wo und in welchen Etappen.

Aber die Prinzessin wollte dann doch nicht.

Also Radtour. Elberadtour. Geplant, Unterkünfte gebucht, noch mal eine bessere Radwanderkarte gekauft, entschieden, dass ich die letzten zwei/drei Tage den Elberadweg verlasse, stattdessen durch die Altmark nach Salzwedel gurke.

Dann habe ich gespannt den Wetterbericht verfolgt.

Sonntag 10°C, Regen zwischen Elster und Dessau.

Unterkunft storniert.

Montag 10°C, Regen zwischen Dessau und Walternienburg.

Unterkunft storniert.

Dienstag 10°C, Regen zwischen Walterniendorf und Magdeburg.

Unterkunft storniert.

Am Mittwoch sollte es dann nur vormittags regnen. Aber 10°C mit ohne Regen lassen sich aushalten.

Also Zugticket besorgt, Fahrrad gestreichelt, warme und Regensachen eingepackt und dann ging es am Mittwoch in aller Herrgottsfrühe erst mal nach Magdeburg. Im IC hatte ich noch nie einen Fahrradplatz, eine interessante Erfahrung.

Der Bahnhof in Magdeburg ist, ungemütlich, zugig und kalt. Und in Sachsen- Anhalt muss man auch im Bahnhof Mund- Nasen- Schutz tragen. Da steht auch Polizei rum und passt auf.

Richtig so.

Es wird auch ständig geputzt. Das ist auch richtig. Aber wenn frau sich Frühstück organisiert hat und dann die Bank nass ist, ist das bei dem Wetter blöd.

Na gut. Ich halte mich schon wieder viel zu lange an Nebensächlichkeiten auf.

Ich bin mit der S- Bahn nach Zielitz gefahren. Und dort, im Regen, Richtung Rogätz, wo ich auf den Elberadweg kommen wollte.

10:03 losgefahren, 10:23 Uhr das erste Mal verfahren. Orientierungsläuferin wäre nie meine Sportart gewesen. Obwohl… mit Karte und Kompass habe ich mich immer gefunden. Heutzutage hat man ja Smartphone. Ich immerhin auch Karte. Aber Zielitz ist da nicht drauf. Da musste ich so nach Gefühl..

Ich habs gefunden. In Rogätz war der Elberadweg gleich mal gesperrt. Ich hab dann trotzdem den Umweg gefunden.

Schon bis hierher gab es echt schöne Fotomotive. Aber bei 10°C und Regen fehlt mir jede Motivation für Fotos.

So sehr lange führt der Radweg dann gar nicht an der Elbe lang. Also so, dass frau den Fluss sieht. Also bis Bertingen schon. Dann mindestens ein Damm ist immer zwischen mir und dem Fluss. Ganz oft auch Dörfer, Felder, Wiesen, Wälder.

Aber die Gegend ist schön. Und Gegend gibt’s ja hier viel. Es hört auch auf zu regnen. Noch vor Mittag!

Apropos. Ich könnte jetzt mal irgendwo einkehren. Ich bin schon ziemlich hungrig, als mich eine Werbung davon abhält, an einem der zahlreichen überdachten Rastplätze zu picknicken und weiter nach Bittkau zu fahren.

Doch die beworbene Kneipe hat nur freitags und samstags geöffnet. Arrghh

Zwei Drei Kilometer weiter zweige ich ab zu einem Family Camp in Kellerwiehl.

Hier gibt’s eine Gaststätte mit einfacher Küche. Sehr freundliches Personal, preiswert und warm. Genau das, was ich jetzt brauche. Ich muss so ein Formular ausfüllen, so eins zur Kontaktnachverfolgung im Ernstfall. Das gibt’s in Sachsen nicht.

Nach der Mittagspause regenet es natürlich wieder.

Jetzt geht es ganz richtig weg von der Elbe.Dafür gibt’s viele Zugvögel zu sehen. Irgendwelche Wildgänse und Enten, die in riesigen Schwärmen auf den Äckern rasten.

Hinter Buch, wo der Radweg wieder an der Elbe entlang bis Tangermünde führt, gibt’s eine NABU- Beobachtungsturm. Aber das Federvieh ist wohl noch auf den Äckern.

Der Blick auf Tangermünde, eine Hansestadt, ist aus dieser Richtung schon sehr vielversprechend. Schade das es regnet. Trotzdem schiebe ich mein Fahrrad ein Stück durch die Altstadt, verrenke mir den Kopf, gucke, staune. Es ist einfach wunder wunder schön. Morgen soll ja die Sonne scheinen. Morgen muss ich noch mal sightseeing machen, bevor ich weiter fahre.

Ich fahre jetzt erstmal zum Hotel, etwas außerhalb der Altstadt, aber direkt am Radweg. Mit abschließbaren Fahrradräumen.

Ich bin fix und alle, und regeneriere einfach nur. Mit Duschen und Schlafen.

Die Bilder, wenn Sie gucken mögen, sind teilweise auch vom nächsten Tag. Und Sie werden groß, wenn Sie drauf klicken

 

Über Inch

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