Inch verreist – Rätsel Teil III

Wäre ich nicht so eine geografische Niete, hätte Dirgis das Rätsel vermutlich heute schon gelöst. So habe ich die Gelegenheit, noch ein bissl zu erzählen und natürlich, Dirgis erhält eine Postkarte. So oder so.

Das Land gehört zu den ersten östlichen, in denen das Christentum Staatsreligion wurde, allerdings zuerst im Osten, 2 Jahrhunderte später auch im Westen des heutigen Staates. Die Syrerin Nino gilt als Missionarin.

So, jetzt ist es glaube ich, ganz einfach.

Übrigens, weil ich Dirgis auf die falsche Fährte brachte und sie deshalb auf Türkei tippte… Die billigste Anreise wäre tatsächlich über Istanbul zu bewerkstelligen. Allerdings 10 Stunden Aufenthalt dort macht die Anreise erstens viel zu lang, zweitens auch  nicht gerade angenehm.

Die zweite Möglichkeit hätte darin bestanden, über Kiew anzureisen. Auch irgendwie ungünstig.

So haben wir uns über den allerteuersten Flug entscheiden. Mit Umstieg in München

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Inch verreist- Rätsel Teil II

Sigrid ist schon ziemlich nah dran.

Das Land, in das ich am Freitag in einer Woche fliegen werde, hat nicht nur hohe Berge, sondern grenzt auch an zwei Meere (Da ist mir ein fataler Fehler unterlaufen. Das Land liegt natürlich nur an einem Meer. Aber sonst wäre es ja auch zu einfach). Und obwohl das Land, dort wo es nicht gebirgig ist doch meistens hügelig ist, gibt es auch ein bisschen  ebenes Land. Was es fürs Fahrrad fahren interessant macht. Inch fährt nämlich nicht gern Fahrrad, wenn es hügelig wird.

Deswegen werden wir nach der ganzen Bergwanderei auch ein bisschen radeln. Aber nur einen Tag. Und weil es auch Salzseen gibt im Urlaubsland, werden wir um so einen herumradeln.

Das reicht dann aber auch an sportlichen Aktivitäten.

Der Rest des Urlaubs gilt ausschließlich der Kultur. Davon ganz viel in dem Land, in dem die Römer waren, die Iberer, die Perser, die Araber…

Es gibt Höhlenklöster zu sehen und Höhlendörfer, je eins davon werden wir uns auch ansehen.

Naja, ich denke, damit ist das Land schon ziemlich gut beschrieben und es sollte nun zu lösen sein. Das Rätsel.

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Inch verreist – Das Rätsel Teil 1

So, der Laptop funzt wieder und ich kann Sie auf meine nächste Reise vorbereiten. Schließlich geht es schon nächste Woche Freitag los.

Ich dachte, ich stelle Ihnen mal ein Rätsel. Zu gewinnen gibt es Postkarten vom Urlaubsland. Natürlich vorausgesetzt, Sie senden mir rechtzeitig Ihre Adresse.

Das Reiseziel liegt südöstlich.

Es gibt dort viele hohe Berge, in die Inch will und weswegen sie sich als Urlaubsbegleitung diesmal eine Kletterkumpeline ausgewählt hat.

Wegen diverser gewaltsamer Konflikte seit sagen wir mal 40, ein paar kriegerischen Konflikten und ausgewachsenen Kriegen in den letzten 3 Jahrzehnten und anhaltenden Grenzkonflikten kommt man allerdings kaum ohne Führer in die meisten hohen Berge.

Deswegen werden wir uns im ersten Teil des Urlaubs einem solchen anschließen. Zusammen mit 8 weiteren Reisenden, die wir erst vor Ort kennenlernen werden. Dieser Umstand macht uns am meisten Sorgen. Ich erinnere mich an einen Blog, in dem eine Frau fröhlich davon berichtete, wie sie völlig unbedarft in Patagonien war. Ordentliche Wanderschuhe hat sie erst vor Ort gekauft. Funktionsunterwäsche haben ihr andere Reisende geborgt. Sie fand das alles sehr witzig. Ich hätte sie beim Lesen umbringen können. Vor Ort hätte ich es vermutlich getan.

So.

Das ist noch ziemlich allgemein.

Weiter Hinweise folgen morgen.

Viel Spaß beim Raten.

 

 

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Inch fährt zum Tanzen nach Jamel

„…Ganz Gallien ist von den Römern besetzt. Ganz Gallien? …“

Daran musste ich immer mal denken, als wir im Auto saßen. Etwas mehr als vier Stunden Fahrt, nur um ein Festival zu besuchen. Ein Festival, dessen Line Up wir nicht mal kennen. Aber nach Jamel fährt man eher wegen des Supports. Uns war es wirklich ein Bedürfnis. Aber natürlich. Die Musik. Vielen Bands scheint es ein Anliegen zu sein, dort zu spielen. Die Ärzte waren schon da. Die Toten Hosen. Mal sehen, wer in diesem Jahr kommt. Das Line Up ist geheim. Damit niemand komisches kommt. Nur wegen der Musik. Das Kind hofft auf Turbostaat. Die haben am Wochenende Tourneepause.

Das Kind hat die Karte inklusive An- und Abfahrt und Vollverpflegung zu Weihnachten geschenkt bekommen. Von mir. Tapfer fährt sie nun mit sechs alten Leuten (und einem Kind) nach Jamel.

Gallien müssen Sie natürlich durch Jamel ersetzen. Und Römer durch Nazis. 35 Einwohner hat das Nest nur. Keine Ahnung, ob es da noch alt Eingesessene gibt. Die sind wohl nach und nach weggezogen, so dass der Volksgemeinschaft nun nur noch die Lohmeyers entgegen stehen. Die sind auch zugezogen. Aus Hamburg. Haben das alte Forsthaus gekauft und viel Gegend, restaurieren fleißig, weichen dem brauen Sumpf nicht und veranstalten seit 2007 das Forstrock- Festival „Jamel rockt den Förster“. Mit ca 1200 Gästen, workshops und viel Musik.

Die Atmosphäre ist sehr entspannt, die Menschen auf dem Gelände extrem nett zueinander. Da können sich alte Frauen wie ich sogar bei den Beatsteaks weit vor wagen und tanzen. Aber das Kleine Kind, dass ganz vorn war, sagt, sogar beim Pogen ging es friedlich zu.

Das war Samstag Abend.

Freitag also erst mal langwierige Anreise, Zeltaufbau und die erste Schneckeninvasion ertragen. Also das mit den Nacktschnecken war wirklich eklig. Drei Tage Dixieklos, nur eine Dusche und die auch noch kalt, feiernde Völkische auf der anderen Seite des Dorfes. Alles kann frau ertragen. Aber braune Nacktschnecken, die überall hin, wirklich ÜBERALL HIN kriechen. Nee.

Schnell aufs Festivalgelände.

Zaunpfahl eröffnet, bei Gold Roger, Hip Hop ist so gar nicht mein Ding, gehen wir noch mal zu den Zelten und empfangen den 2. Teil der Gruppe (drei alte Leute und ein Kind).Bela B. moderiert den Abend übrigens und ich weiß nicht, ob er es ist, dem auch der Vergleich mit Asterix in den Sinn kommt oder irgendeiner Band oder vielleicht am nächsten Tag Fatih Cevikkollu, der den Samstag moderiert.

Jedenfalls langweile ich mich durch Die Sterne, aber dann geht es richtig ab. KRAFTCLUB. Das Kleine Kind ist weg, wir hopsen hinten rum und überhaupt sind alle aus dem Häuschen und die Stimmung ist riesig. Wird auch nicht weniger, als Slime spielt, aber mir hat an diesem Abend eindeutig Kraftclub am besten gefallen, vielleicht, weil ich sie zum ersten Mal live gesehen habe.

Ins Zelt zu kommen, ohne so eine dämliche Nacktschnecke mit rein zu schmuggeln, ist ziemlich schwierig. Und wenn man nachts, wie das nun mal bei alten Leuten ist, noch mal raus muss zum Pullern, muss man sich erst frei kämpfen. Von innen. Um gesund raus zu kommen. Übrigens muss ich nicht immer und grundsätzlich nachts raus aufs Klo oder in den Wald, aber wir zelten neben dem Partybus. Das ist ein Fehler, den es in Zukunft zu vermeiden gibt.

Am nächsten Tag, nach dem Frühstück, dass es übrigens gegen eine kleine Spende auf dem Festivalgelände gibt, nach dem Duschen und was mann und frau so alles bis mittags zu erledigen haben, gehen die Freunde zum See. Das Kleine Kind und ich gehen zu den workshops. Finden den einen zu anstrengend, verstehen den anderen nicht und weil uns niemand sagen kann, wo und wann der stattfindet, für den wir uns schon in Leipzig entschieden haben, entscheiden wir uns für ein ausgiebiges Chillen. Tagsüber gibt’s auch keine Nacktschnecken. Nirgends. Weder auf dem Stroh auf dem Feld noch auf den Zelten, oder gar innen.

Chillen über Mittag ist wirklich ne gute Idee, so sind das Kleine Kind und ich fit, während die Freunde am Zelt abhängen. Dabei sind Schreng Schreng & Lala, sowie Schnippo Schranke echt witzig. Außerdem ist es noch recht übersichtlich. Frau kann auf der Wiese rumlümmeln, oder sich den besten Platz für den Campingstuhl suchen. Das Auge Gottes kommt dann allerdings so laut daher, dass ich fast von selbigem falle.

Wir fliehen zum Zelt, aber wirklich leiser ist es da natürlich nicht. Bei Schrottgrenze und bei Fehlfarben sind wir wieder da und natürlich, bei den Beatsteaks. Das man im bzw auf dem Publikum steht, und das ne ganze Weile, das habe ich so noch nicht gesehen und haut mich immer noch ein bissl um. Turbostaat war nicht da. Vielleicht sind sie die Band, für die Fehlfarben einspringen musste. Wer weiß das schon. Jedenfalls war die Spannung in den langen Umbaupausen manchmal unerträglich. Um so explosiver dann vielleicht die Freunde, wenn der Vorhang fiel. Und dass die Beatsteaks kommen, das verfestigte sich im Laufe des Samstag Abends so sehr, dass es kein Gerücht sein konnte.

Es folgt der übliche Kampf gegen die Schnecken. Den Partybus kann ich bis 4:00 morgens hören.

Und weil Jamel nur 7 km von der Ostsee entfernt ist, fahren wir da am Sonntag hin. Nachdem wir alles ver- und schneckenfrei eingepackt haben.

War  ein nettes kleines Festival mit entspannten und achtsamen Menschen.

Fotos gibt es nicht so viele. Ich war ja zum Tanzen da…

Drauf klicken Groß Gucken

 

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Diesmal wars ne Maus

Das alljährliche Frauenboofen hätte ich diesmal fast verpasst. Weil ich sicher war, das findet erst nach den Ferien statt. So musste ich die auch jedes Jahr stattfindende Radtour nach Grethen absagen. Schließlich bin ich nicht nur Frauenbooferin, sondern auch Chaffeusse bei diesem Event.

Diesmal ging es zur Lehnsteigboofe. Auch eine von diesen offiziellen Freiübernachtungsstellen, die, wie mir eine Mitbooferin erzählte, mittlerweile im Internet mit GPS- Daten zu finden sind. Da muss frau sich nicht über den Andrang wundern. Immerhin, im Internet steht auch, dass man seinen Müll mitnehmen muss. Die „Toiletten“ dagegen sind bei der Anzahl von Menschen, die sich dort konzentrieren, nicht mehr zu benutzen. Wir hatten zum Glück ne Schippe mit. Ausscheidungen am Berghang zu vergraben… das muss ich allerdings noch üben.

Gut.

Themawechsel.

Die Lehnsteigboofe hat den Vorteil, dass sie ziemlich nah an Schmilka liegt. Das bedeutete weniger Schlepperei, weil wir beschlossen, außer zum Frühstück einfach immer essen zu gehen. Frau wird ja auch nicht jünger. Dann hat man von der Boofe aus einen wunderbaren Weitblick, es gibt allerhand Stiegen ringsherum, den Winterberg (mit Gaststätte) und von wildernden Bilchen oder Füchsen hatten wir auch noch nix gehört.

Doch gleich am ersten Abend, wir hatten gerade in Erinnerung an den letztjährigen Bilchboofenterror geschwelgt, schrie eine Mitbooferin auf. Ich dachte noch „Nicht schon wieder“, da hatte doch tatsächlich eine Maus. EINE. MAUS. Zugebissen. In den Finger! IN.DEN.FINGER. Das Leben in der Natur wird immer gefährlicher.

Wir räumten unser Essen ganz weit weg und ließen nur die Nasenspitzen aus den Schlafsäcken gucken. Ganz schön blöd. Als wäre es besser, in die Nase gebissen zu werden als in den Finger. Außerdem war es viel zu warm, ich garte sozusagen im eigenen Saft. Das ist dem Schlaf nicht zuträglich. Das Rascheln der Mäuse im Essen auch nicht. Ich habe ja die alte Blechbüchse wieder hervorgekramt, nach den Erlebnissen des letzten Jahres. Aber alles passt da nicht rein. Und so hatte das Viehzeug Löscher in meinen Lieblingsbeutel geknuspert.

Unglaublich.

Am Samstag ging es über den Winterberg (geeiste Gurkensuppe) und ein paar Stiegen nach Schmilka. Ordentlich schlemmen und dann an der Elbe verdauen.

Zurück in der Boofe hatte sich ordentlich Volk angesammelt. Ich glaube, ich bin bis Schmilka gelaufen, als ich mal musste.

Dafür habe ich dann am Sonntagmorgen einen ganz fantastischen und einsamen Sonnenaufgang erlebt.

In der 2. Nacht haben wir das mit den „Finger-in-den-Schlafsack“ übrigens nicht mehr so ernst genommen. Ist trotzdem niemand gebissen worden. Obwohl sich die Maus so fett gefressen hatte, dass sie am Morgen gar nicht richtig fliehen konnte.

Bilder gibts diesmal viele von Schmilka. Drauf klicken hilft beim groß gucken

 

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Babies, Streit und Streichelfische

Zum Glück waren wir ja erst nach der Party zelten. Die Urlaubswoche davor war wirklich zum Ausruhen. Und da funktionierte die Kamera auch noch.

Zum Beispiel im Zoo.

Fische streicheln und Tigerbabies gucken.

Und wie Pferde Meinungsverschiedenheit austragen.

Und noch paar Tiere, die eher nicht zu den Publikumsmagneten gehören.

Und weils im letzten Blog viel Text gab, gibt’s jetzt viel Fotos.

Für die Fotos gilt nach wie vor: Drauf klicken und groß gucken

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Ausruhzeit

Zwischen dem letzten Eintrag und heute war Urlaub.

Nix besonderes. Nur so wirklich ausruhen.

Der anstrengende Urlaub kommt im Herbst. Wenn alles klappt. Aber das verrate ich erst, wenn es klappt.

Nach Pfingsten also nahm ich mir 2 Wochen Auszeit. Eigentlich wollte ich über Pfingsten. Aber dann fiel mir ein, dass ich da ja Besuch kriege und verschob rasch.

Später fiel mir ein, dass ich das Wochenende nach Pfingsten unbedingt im Lande sein musste, weil ich schon im Januar versprochen hatte, mit zur Party zu kommen.

Da musste ich nun meinen Urlaub irgendwie drum herum basteln. Dabei gabs dann eben dieses Wochenende so viele andere Sachen. Zum Beispiel wäre ich gern nach Annaberg-Buchholz gefahren, um ordentlich Krach zu machen, wenn die AbtreibungsgegenerInnen schweigend betroffen durch die Stadt latschen. Und eine Nichte feierte ihren 30.

Aber nein, ich blieb eisern. Nachdem ich jahrelang immer einen Grund hatte, nicht zu fahren, hätten mir die Freunde nicht geglaubt, dass ich schon wieder einen Grund habe und womöglich vermutet, ich drücke mich. Schließlich waren alle mehr oder weniger verblüfft, dass ich tatsächlich noch NIE, wirklich NIE da war.

Aber diesmal. Ja.

Am Freitag die Band war richtig gut. Am Samstag bei der habe ich mich gefragt, was ich hier soll. Den Tag habe ich mit ein bisschen zur Elbe latschen, rumsitzen und lesen verbracht. Echt, zum Frühstück Bier, das kann ich nicht nur nicht vertragen, da wird mir schon beim Zugucken schlecht. Aber zum Glück gibt’s ja da viel Gegend. Sonst nix. Ich frag mich, was man da arbeitet, wenn man da wohnt. Vermutlich nix. Keine Ahnung.

Aber dafür kann der Kumpel dann auch jedes Jahr dieses Fest auf seinem Grundstück veranstalten. Mit Bands und laut die ganze Nacht durch und ab Frühstück. Himmel! Das beste an solchen Veranstaltungen ist ja, dass man gaaaanz ganz viele alte Freunde trifft. Manche hatte ich so lange nicht gesehen – und doch mühselig wieder erkannt. Ich wundere mich ja immer, dass dann doch noch einer oder eine auftaucht, die ich 20-40 Jahre nicht gesehen habe. Trotz all der runden Geburtstage. Und Beerdigungen.

Diesmal waren es zwei. Also zwei, die ich seit mehr als 30 Jahren nicht mehr gesehen habe.

Und dann, nach dem Wochenende, gleich am Montag, habe ich den Kleinen König eingepackt und die Prinzessin nebst Mutter und wir sind zelten gefahren. Nach Arendsee. Das ist in der Altmark. Und da in der Nähe habe ich mal gewohnt. Im Grenzgebiet an der ehemaligen innerdeutschen Grenze.

Meine Fresse. Das ist noch immer ganz verschlafen und irgendwie am Arsch der Welt. Leider kapieren die Leute dort nicht, dass ihr scheinbar einziger Verkaufsschlager, der Tourismus, ein paar Opfer verlangt. Freundlichkeit zum Beispiel. Oder Flexibilität.

Den Zeltplatz hatte ich gewählt, weil man direkten Zugang (kostenlosen) zum Strandbad hatte. Das war leider zu. Weil der Rettungsschwimmer verunfallt war. Man durfte auch nicht auf eigene Gefahr. Nein. Und da sonst ziemlich viel Privatbesitz ist am See oder Naturschutzgebiet, haben wir eigentlich nur eine Stelle zum Baden gefunden. Aber erst mal haben wir uns geärgert und am nächsten Tag Autotourismus gemacht. Die Dörfer besuchen, wo ich mal gelebt und gearbeitet habe. Eins ist noch genau so schwer zu finden wie vor fast 40 Jahren. Dafür habe ich den Hof, wo ich gewohnt habe, gleich entdeckt. In den anderen Dörfern habe ich mich gar nicht zurecht gefunden, was sicher auch daran lag, dass nicht mehr ersichtlich ist, wo früher die Grenze war. Verwirrend war für mich zusätzlich, dass ich jetzt überall hin konnte und es dadurch viel zu viele Straßen gab. Sie müssen wissen, früher durfte man nur über eine im Ausweis bezeichnete Kontrollstelle nur in sein Dorf fahren. Nachbardörfer im Grenzgebiet zu besuchen ging nicht. Über einen anderen Kontrollposten reinzufahren sowieso nicht.

So sahen wir Nester, die ich gar nicht kannte, in deren Nachbarschaft ich aber ein paar Monate lebte. Störchendörfer! Leider ließ mich gerade ab da die Kamera im Stich. Und weil das gleich am 2. Tag war, gibt’s keine Urlaubsfotos. Obwohls da noch mehr Gegend gab als beim Kumpel. In die Gaststätten hat uns tatsächlich nur der Hunger getrieben, denn grundsätzlich haben sich dort Kinder zumindest zu benehmen und das wird auch kundgetan. Auch als Erwachsener kann man allerhand falsch machen und so ekelte uns eine Frau aus dem Garten eines eigentlich urigen Fischers direkt am See. Den hatten wir beim Radeln gefunden. Am 3. Tag haben wir uns nämlich welche geliehen, sind einmal ums Wasser und haben neben dem Fischer, der bestimmt schon 103 Jahre alt war, auch ein Stückl Strand gefunden.

Dann wurde überraschenderweise doch das Strandbad geöffnet und wir haben am vorletzten Tag alles nachgeholt, was wir gern in vier Tagen getan hätten.

Übrigens auch auf dem Zeltplatz scheint sich der Trend zu bestätigen. Zelte gibt’s kaum noch. Wenn schon Reisende, dann eher Wohnmobile. Aber die meisten waren eh Dauercamper mit Vorgärten und Gartenzwergen.

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Genial gescheitert

… bin ich gerade bei dem Versuch, meine Steuererklärung zu erstellen. Mit ELSTER soll das ja super einfach sein.

Von wegen.

Ich weiß schon, warum ich mich die Jahre davor darum gedrückt habe.

Aber letztes Jahr gabs Lohnersatzleistungen, wie Arbeitslosengeld in steuerdeutsch so schön heißt, und ein bisschen freiberuflich tätig war ich auch.

LOHNERSATZLEISTUNGEN.

Wer denkt sich solche Wörter aus?

Was verdient der oder die pro Wort?

Lohnersatzleistungen.

Dafür jedenfalls will das Finanzamt eine Steuererklärung. Fragen Sie mich nicht. Wahrscheinlich traut das Finanzamt dem Arbeitsamt nicht übern Weg.

Übrigens.

Erinnern Sie sich (falls Sie sich überhaupt noch an mich erinnern)?

Letztes Jahr im Januar und Februar habe ich freiberuflich als Lehrerin gearbeitet. Bei der Stadt Leipzig.

Also um es klar zu sagen, ich rede von 2016.

Den Lohn für Januar habe ich im Mai erhalten.

Die Rechnung für Februar habe ich am 12. Februar 2016 eingereicht. Das weiß ich ganz genau, auch ohne dass ich auf die Kopie gucken muss.

Seitdem renne ich dieser Forderung nach.

Erst hat mich die Fachreferentin vertröstet.

Dann, so nach dem Kirchentag war Funkstille. Also auf ihrer Seite.

Emails und SMS blieben unbeantwortet.

Bis sich die Kasse an sie wand. Dort hatte ich mich mal erkundigt, warum  mein Vorgang nicht bearbeitet wird und erfahren, die Rechnung ist nie weitergeleitet worden.

Die nun (im September) folgende Email der Referentin war mehr als verblüffend. Offenbar erinnerte sie sich nicht  mehr an  mich. Und an den Unterricht auch nicht.

Ich klärte sie auf, sie hatte keine Unterlagen, ich schickte noch mal alle Kopien ein und mir wurde versichert, dass das Geld nun käme.

Seit Dezember frage ich nun wieder in regelmäßigen Abständen.

Schließlich sollte ich rumkommen, zur endgültigen Klärung des Sachverhalts.

Dass ich dafür Überstunden abbummeln musste, auch an dem Tag, da sie den Termin aus nachvollziehbaren Gründen platzen ließ, erwähne ich nur am Rande.

Zum Termin letzte Woche erschien ich mit Zeugen.

Und was soll ich Ihnen sagen?

Madame war angepisst.

ANGEPISST.

Es sei schließlich alles in Ordnung und ich müsste doch nur noch mal unterschreiben.

ANGEPISST.

Weil ich nen Zeugen mit hatte.

Übrigens, sie ließ mich die Rechnung, die sie angeblich nicht mehr hatte, die vom 12. Februar Zweitausendsechzehn, noch mal unterschreiben.

Ein Wort der Entschuldigung habe ich nicht gehört.

Der Zeuge auch nicht.

Und meine Steuererklärung?

Ich glaube, ich warte auf die Mahnung.

Vielleicht vergessen sie mich ja.

 

 

 

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Ein langes Wochenende

1.Mai. Langes Wochenende.

Die Freunde planen eine Radtour.

Ohne mich. Denn auf der Hütte feiern meine Lieblingskletterzwillinge ihre 50. Geburtstage. Das könnte eine epische Party werden. Da bin ich dabei.

Am Freitag sagen sie ab. Einer hat Fuß.

Wir fahren am Samstag früh trotzdem los.

Die anderen Freunde radeln längst in unerreichbarer Ferne, für den Garten ist es zu kalt und überhaupt.

Durch Gießkannenregen kämpfe ich das Familienauto mit 80 über die Autobahn Richtung Sächsische Schweiz.

Wir sind pünktlich.

Es ist Jugendfahrt.

Wer plant eine epische Party, wenn Jugendfahrt ist?

Die Hütte ist zum Bersten voll. Wir lassen Matten vom Dachboden zerren und machen es uns unten auf dem Boden bequem.

Klettern fahren wir nicht. Zwar regnet es grad nicht, aber bestimmt gleich wieder, lassen die anderen von dannen ziehen und ziehen unsererseits nach Struppen.

Da ist Hoffest. Da kann man bestimmt ne Stunde hin. Und am Nachmittag den ehemaligen Mitbewohner, Mitbewohner Nr. 1, treffen. Der ist jetzt in Tharand, wohnt aber bei Freunden in Pirna und hat seit zwei Tagen seine Aufenthaltserlaubnis. Subsidiärer Schutz. 1 Jahr. Da hofft das BAMF wohl, das in Mossul gleich bald Frieden ist.

Das Hoffest ist genial. Und riesig.

Prinzessin und der Kleine König sind hin und weg. Erstere macht ihr Kuhdiplom, lässt sich schminken, rutscht auf der Heurutsche, reitet und besteigt riesige Traktoren. Dem Kleinen König ist das suspekt. Er guckt sich die Trekker lieber an.

Zur Fahrt durch den Kuhstall nötige ich die gesamte anwesende Kleinfamilie.

Inzwischen stellt sich Mitbewohner Nr.1 an. Fährt nach Dresden und will uns da treffen.

Nö.

Entweder Pirna oder gar nicht. Ich fahr doch nicht zum Samstag in die Stadt.

Pünktlich als wir im Auto sitzen, fängt es an zu regnen.

Pünktlich als wir in Pirna aussteigen, hört es auf.

Perfekt.

Wir treffen uns im Café.

Weil der Mitbewohner Nr.1 nie im Heim ist, sieht er seinen Sozialarbeiter nie und weiß nicht, dass er sich gleich Dienstag spätestens beim Jobcenter melden muss.

Gut, dass ich da bin.

Und sonst?

Er will nach Leipzig?

Und sonst?

Deutschkurs?

BAMF hat Nein gesagt.

Kann ich nicht glauben. Ich wühle mich durch unvollständige Unterlagen.

Was war das für ein Praktikum? Wie hieß die Maßnahme? Wo ist die Bewertung?

Ah, zwei Kurse hat das BAMF ihm genehmigt. Keinen hat er angenommen. Beim 3. Mal hat die Behörde nein gesagt.

Das alte Lied.

Ich erklär es dem jungen Mann noch mal, wohl wissend, dass es wahrscheinlich verlorene Mühe ist.

Jetzt will er ne Ausbildung machen.

Erst Deutschkurs sage ich.

Kriegt er nicht, sagt er.

Ja, sage ich, weil..

Wir drehen uns im Kreis.

Ich denke an die vielen fleißigen Männer und Frauen, die wie blöd Deutsch lernen, Praktika gemacht haben, arbeiten gehen und im Herbst mit einer Ausbildung oder gar einem Studium beginnen. Ich muss an die denken, damit mir nicht der Kragen platzt.

Mitbewohner Nr.1 hat nur Leipzig im Kopf. Da wird alles besser. Da ist es auch nicht anders als in Dresden oder Pirna oder Tharandt. Deutsch lernen ist überall.

Ich frag mich, was er 1 Jahr gemacht hat. Um Ostern letztes Jahr rum ist er wieder in sein Heim gezogen, den Deutschkurs in Leipzig hatte er da abgeschlossen, einen Vorbereitungskurs. Seither ist nichts passiert.

Geh aufs Jobcenter, frag nochmal nach einem Deutschkurs, geh zur HWK zum Praxischeck.

Mehr kann ich nicht machen, als mögliche Wege aufzuzeigen. Machen muss er selbst.

Zurück auf die Hütte.

Die wird immer voller.

Es wird gegrillt und am Feuer gesessen.

Die Nacht ist unerwartet ruhig und der Schlaf erholsam.

Sonntag. Sonne!

Ab zum Thürmsdorfer Stein.

Aber erst Mal Elbemarathon gucken und ordentlich anfeuern.

Das große Kind klettert. Ich schleppe einen schreienden Kleinen König durch die Pampa und betütele die Prinzessin. Fotos kann ich kaum machen, weil der Kleine König echt ungehalten ist. Dabei ist die Mama gar nicht IMMER klettern.

Abends Spaghetti und Lagerfeuer. Mehr Leute passen wirklich nicht in die Hütte. Einige schlafen in den Autos, einige im Zelt, einige in der Liebeslaube.

Montag.

Kinderklettern.

Aber die Prinzessin will nicht. Genaugenommen ist sie einfach fertig. Der Kleine König schläft eh dauernd ein. Wir fahren nach Hause.

Aber wenigstens mit paar anderen mal in einer Höhle sitzen

War ein schönes Wochenende. Und abwechslungsreich.

Und der Mitbewohner Nr. 1 schafft das auch noch. Bei manchen dauerts eben etwas länger. Mitbewohner Nr. 2 fängt im September an zu studieren. Die beiden sind etwa zur gleichen Zeit nach Deutschland gekommen. Menschen sind eben unterschiedlich. Auch die neuen alten Mitbewohner. Unterstützung brauchen sie alle. Die einen eben mehr, die anderen weniger.

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Pendeln und so

So, da pendle ich also.

Täglich.

Das hatte ich mir im Vorfeld nicht so kraftraubend vorgestellt.

Vielleicht wäre es das auch nicht, wenn es immer nur in mein Büro ginge. Etwas über 30 min dauert die Zugfahrt, der Weg insgesamt nur 50 min. Von meiner Wohnung ins Büro.

Das, das Büro, befindet sich in einer sächsischen Kleinstadt. Die ist um Umkreis bekannt als braunes Nest. Das war es schon in den 1990ern. Das ist es jetzt noch. Sogar unter den Geflüchteten hat sich das rumgesprochen. Und so gibt es Menschen, die überall hin wollen, nur nicht dahin. Das weiß ich aber erst, seit ich dort bin.

Ich war zunächst überrascht, positiv überrascht vom großen Unterstützernetzwerk für Geflüchtete. Nicht nur in eben jener Kleinstadt, sondern auch in den umliegenden Gemeinden. Überall da, wo es Unterkünfte gibt oder Geflüchtete dezentral in Wohnungen untergebracht sind.

Aber so ist das ja immer.

Die Öffentlichkeit nimmt eher das Negative war.

Schließlich berichten die Medien auch lieber darüber. Das lässt sich besser verkaufen. Siehe Dresden.

Helfende Menschen sind langweilig.

Natürlich ist es wichtig, über Rassismus zu berichten. Aber ich stelle es  mir schwer vor, mich immer rechtfertigen zu müssen, wenn ich aus so einer Stadt komme und nicht nur kein Nazi, Patriot oder AFDler bin, sondern auch konkret helfe.

Letztens war ich in Dresden. Eine zweitägige Konferenz. Natürlich habe ich die Gelegenheit genutzt und bei dem Kleinen Kind übernachtet. Das war nun ein Montag. Und klar, wir sind zum Postplatz, wo das kleinste Volk nach Merkels Absetzung schreit. Es war viel mehr Volk da als Gegner. Und! Sehr wenig Polizei. So wenig Polizei, dass ich ständig versucht war, die Straße zu überqueren und mir das Volk mal aus der Nähe zu betrachten.

Als ich anhub und dem Kind sagen wollte, „also in Leipzig…“, unterbrach sie mich höflich und wies darauf hin, dass man das in Dresden nicht so gern hört. Den Vergleich mit Leipzig habe man hier satt. Und ja, ich habe ja Recht, die Polizei nehme die Gegendemonstranten in Dresden nicht wirklich ernst. Immerhin, wir standen in Hör- und Sichtweite. Das war letztes Jahr, als ich mal extra hingefahren war, ganz anders. Und natürlich, es geht auch anders. Als dieser verbeamtete Gymnasiallehrer in einem Dresdner Lokal vom Denkmal der Schande schwadronierte und der Ausrottung der Deutschen, musste die Polizei die Gegendemonstranten doch ernst nehmen. Auch als es zum Gedenktag des 13. Februar 1945 zu Sitzblockaden gegen zwei Naziaufmärsche kam.

Aber ich schweife ab.

Es gibt auch in Städten, die nicht gerade als weltoffen gelten, sehr weltoffene Bürger. Und die haben meinen tiefsten Respekt. Sich in einer Kleinstadt, die wie ein brauner Sumpf anmutet, gegen eben jenen Sumpf zu stellen, erfordert viel Mut. Da bin ich doch froh, jeden Abend nach Hause in die große anonyme Stadt fahren zu können.

Nun möchte ich nicht sagen, dass es in jener sächsischen Kleinstadt mehr Nazis gibt als in anderen sächsischen Kleinstädten. Wahrscheinlich ist nur die Anzahl derer, die dazu klatschen höher als in anderen Kleinstädten generell. Auf jeden Fall gibt es eine beängstigend hohe Anzahl von Bewohnern, die schweigen. Die nichts damit zu tun haben wollen. Die sich nicht für Politik interessieren. Oder was auch immer sie für Ausreden haben. Vor sich und den Mitmenschen. Wer schweigt, stimmt zu.

In so einem Umfeld braucht man sich über Polizisten, die an Notruftelefonen sitzen und angeblich kein Englisch können, nicht zu wundern.

Aber ich schweife schon wieder ab.

Seit knapp zwei Monaten habe ich also mein Büro in der Kleinstadt. Die Wochen davor dienten ausschließlich und uns allen im Team dem Finden und Entwickeln von Strukturen. Da bin ich auch viel gependelt. In andere sächsische Kleinstädte, wenn ich Glück hatte, trafen wir uns auch in der Großstadt.

Ich freute mich auf das Büro. Netzwerkarbeit, und die ist überlebensnotwendig, wenn man etwas Neues startet, kann man nur vor Ort leisten. Und überhaupt. Nicht mehr jeden Morgen in den Kalender schauen, wo und wann ich heute sein müsste. Das wäre ja fast wie Urlaub.

Doch. Wenn ich zwei Mal in der Woche in „meinem“ Büro bin, kann ich mich glücklich schätzen. Meistens schaffe ich nur einen Tag. Die anderen vier schaue ich wieder in meinen Kalender, suche Züge raus oder laufe zu Bushaltestellen, wo mich Kolleginnen in ihr Auto einladen.

Das strengt an. Das stresst.

Deswegen ist es so ruhig auf diesem Blog.

Weil ich oft nicht weiß, wann ich nach Hause komme, dann den Weg für den nächsten Tag raussuche, meine Tasche umpacke, ein bisschen mit dem Kater spiele und ins Bett falle. Da sehe ich mir dann sinnfreie Serien an. Meistens schlafe ich ein, bevor geklärt ist, wer der Mörder war.

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