Geschenke sind Scheiße

Ich versuche ja gerade wieder einmal aufzuräumen. Mich von unnötigem Ballast zu trennen.

Ich könnte das Zeug, das ich nicht brauche, einfach wegwerfen.

Aber dazu ist es mir zu Schade.

Außerdem denke ich, dass es sicher genug Menschen gibt, die eher knapp bei Kasse sind und manches noch gebrauchen können, was bei mir rumliegt. Bzw. ist ja ein großer Teil der Jugend glücklicherweise auf dem Ressourcenspartrip.

Also spende oder verschenke ich.

Doch es stellt sich raus: Geschenke sind teilweise schwer unters Volk zu bringen. Das heißt, bringen ist das falsche Wort, denn gebracht würden sicher viele zugreifen, aber die Geschenke müssen geholt werden. GEHOLT. Bei mir. Das ist für manchen Interessenten zuviel. Für manche Interessentin auch.

Keine Schwierigkeiten gibt es bei Lebensmitteln. Einmal ein Abnehmer oder eine Abnehmerin gefunden, sind die Leute schnell vor Ort und schaffen Platz in Kühl- und Lebensmittelschränken.

Andere, sehr zur Adventszeit passende Dinge fanden auch schnell einen neuen Besitzer.

Doch manche Dinge….

InteressenInnen finden sich schnell.

Wir machen also einen Termin. Ich hocke zu Hause und niemand kommt. Stattdessen etwa 10min vor Verstreichen der ausgemachten Zeit die Nachricht, dass es heute leider nichts wird, weil man arbeiten müsse. Kann ja mal passieren. Als sich aber das nächste Zeitfenster zu schließen droht, muss ich dann schon nachfragen, wo man denn bleibe…

Oder ich gebe zwei Termine vor. Es wird der am nächsten Tag gewählt. Auf Anfrage meinerseits dann wieder die Sache mit der Arbeit.

Wohlgemerkt, ich spreche von verschiedenen Menschen. Menschen, die offensichtlich nicht wissen, wie sie am kommenden Tag arbeiten. Oder dass der Sohn am nächsten Tag ein Fußballspiel hat. Oder, oder, oder.

Da komme ich mir ein bisschen blöd vor, beschließe, den Leuten, denen ich etwas schenken will, mit meinen Geschenken nicht hinterherzurennen und würde das Zeug gern im Müll entsorgen…., wenn ich da nicht eine völlig falsche Erziehung genossen hätte, die mich daran hindert, Sachen einfach wegzuwerfen.

Also begebe ich mich wieder auf diverse lokale Plattformen und beginne das Spiel von Neuem.

Veröffentlicht unter Im Osten nichts Neues, Küchenkram, KinderKinder, Willkommen in Deutschland | Verschlagwortet mit , , , , , | 2 Kommentare

Von wegen Winterruhe

Der Garten ist längst winterfest gemacht, das Wasser abgestellt, die Laube weitestgehend leer geräumt.

Trotzdem gibts noch zu tun.

Was heißt zu tun.

ZU ERNTEN.

Und zwischendrin gehe ich mit der Prinzessin den Weihnachtsmann begrüßen. Der kommt wie immer auf dem Bahnhof an. Immerhin, in diesem Jahr mit Dampflok. Dann aber ist er so schnell weg, dass ich nicht glauben kann, das er mit Kapelle und Kutsche in die Stadt gefahren sein soll. Als wir außerhalb des Bahnhofs stehen, hören wir nirgends Musik. Nein, so schnell ist eine Bergmannskapelle zu Fuß nicht, da hat der Journalist der lokalen Tageszeitung wohl den Text vom Vorjahr genommen.

Und zur Kurrende in die Thomaskirche. Der Prinzessin beim Singen zuhören.

Erst habe ich dort Angst, dass ich sie gar nicht sehe, weil die Kirche ist gut gefüllt und alle, wirklich ALLE Eltern stehen vorn und fotografieren und filmen. Aber dann erinnert der Pastor an den Anlass der Veranstaltung und alles nimmt Platz.

Ich wollte erst auch mit Fotoapparat und Gedöhns in die Kirche, erinnerte mich aber dann: Als das Große Kind in der Kurrende sang, gings auch ohne Foto.

Und weil der Weihnachtsmann viel zu schnell war, Polizisten Kinder anschrien, sie müssten eine 1,50m breite Gasse lassen und Erwachsene eben diese Kinder umschubsten und wegrempelten, gibts nur Fotos vom Garten.

So.

Schönen Resterstenadvent wünsche ich noch.

 

 

Veröffentlicht unter Gartenkram, Im Osten nichts Neues, KinderKinder | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

Mit Kindern

geht das große Plätzchen backen weiter.

Ich kann Ihnen sagen.

Vier Kinder!

Nach vier Stunden war ich schon fix und alle. Das Plätzchen backen noch nicht.

Spaß gemacht hat es  natürlich, nicht nur den Kindern. Die Prinzessin entpuppte sich als kleine Plätzchenausstechmeisterin. Jawoll.

Und weils ja Kinderplätzchenbacken war, gabs ordentlich viel Süßes obendrauf.

Die fertigen Kekse mit viel Guss haben die Gastgeber dann gern an alle Teilnehmer verteilt. Und ich habe unseren Anteil direkt an die Kleinfamilie weitergegeben.

Danach bin ich völlig erschöpft ins Bett gefallen.

Rezept gibts auch:

400g Mehl

100g Stärkemehl

1/1 Pck Backpulver

200g Zucker

1 Pck Vanillezucker

1/ TL Zimt

1/2 TL Nelken

100g Nüsse, gerieben

250ml Walnussöl

Alle Zutaten sehr gut verkneten.

30 min im Kühlschrank rasten lassen

Vor dem Ausrollen nochmal ordentlich kneten

Ausrollen, ausstechen, 8-9 min bei Mittelhitze backen.

Achtung! Sollte der Teig zu sehr reißen, nochmal ordentlich kneten.

Die Plätzchen schmecken auch ganz ohne Zuckerguss- und perlen.

Statt Nüssen können Sie Mandeln oder Walnüsse nehmen. Statt Öl gehen auch 250g Butter.

Guten Appetit!

Diesmal habe ich die Kekse fotografiert. Wer aufs Bild klickt, kann groß gucken.

Veröffentlicht unter Küchenkram, KinderKinder | Verschlagwortet mit , , , , | 4 Kommentare

Fair gehandelt, biologisch produziert und natürlich regional und unverpackt

oder von den Ansprüchen und Realitäten

Um es mal deutlich zu sagen:

Im neuen Job verdiene ich weniger als ich ALG I bezogen habe.

Nachdem ich mich also schon vor 1,5 Jahren nach überstandener temporären Schnappatmung drastisch einschränken musste, galt es auch jetzt wieder, darüber nachzudenken, auf welchen Abo- Schnickschnack ich verzichten könnte.

… und bin dabei grandios gescheitert.

Das Presseverteilzentrum, das ja ohnehin einen „guten Ruf“ genießt, reagiert auf meine schon in der ersten Jahreshälfte versendeten und im September nachgemahnten Kündigung nicht.

Und Vodafone, zu dem Kabel Deutschland ja jetzt gehört, überraschte mich mit den Kündigungsfristen eines 17 Jahre alten Vertrages. Der läuft nun noch bis Dezember 2017, kostet mich mehr als 30 € monatlich für einen Dienst, den ich eigentlich gar nicht mehr in Anspruch nehme und lässt mich darüber nachdenken, ob ich Telefon und Internet nicht auch kündige.

Aber ich schweife ab.

Ich habe also jetzt ganz viel weniger Geld.

Da stellt sich für mich die Frage, ob ich das mit den Biolebensmitteln durchhalte. Ich habe ja immer behauptet, auch weniger gut Verdienende können sich gesund ernähren. Meine Kinder sind mir da ein leuchtendes Beispiel. Nun aber werde ich selber beweisen müssen, dass das funktioniert. Ich mache quasi den Praxistest.

Diese Gedanken bringen mich endlich zu diesem lange geplanten Blog.

Ist nämlich alles nicht so einfach.

Schließlich gibt es viele Labels zu beachten.

Bio. Ganz klar.

Aber was ist heutzutage noch Bio?

Grundsätzlich finde ich es ja gut, dass auch in Supermärkten, ja Discountern, Lebensmittel mit geringeren Anforderungen, sozusagen Mindestanforderungen an Bio angeboten werden. Das hilft möglicherweise den Leuten beim Umdenken. Zumindest sehen sie die Lebensmittel ja beim Einkauf. Andererseits bringt das natürlich auch wieder Biomassentierhalter und Biogroßbetriebe auf den Plan. Eigentlich widersprechen sich o.g. Begriffe schon in sich, sind aber Realität. Das ist eben Kapitalismus. Es geht ums Geschäft. Ich benutze übrigens absichtlich das Wort Kapitalismus und nicht Marktwirtschaft.

Was mich aufregt, ist, dass ich den Mist auch in reinen Bioläden finde. Aber natürlich zu einem ganz anderen, nämlich wesentlich höheren, Preis. So schleiche ich durch die, inzwischen sind das ja auch Supermärkte, die die kleinen Einzelhändler längst verdrängt haben, und suche nach Demeter und Bioland- Produkten. Den Höhepunkt erlebte ich neulich in Plagwitz an der Käsetheke. Die ausgestellte Ware hatte nicht mal das EU-Biosiegel. Meine verblüffte Frage wurde mit „Na das ist aber auch wie Bio“ beantwortet und veranlasste mich zum umgehenden Verlassen des Ladens, den ich seither nie mehr betreten habe.

Aber auch Bio, auch wenn es Demeter oder Bioland ist, ist fragwürdig, wenn es aus Spanien oder Südafrika importiert wird. Da erschließt sich mir der ökologische Sinn nicht.

Nun gibt es aber Dinge, die sind regional einfach nicht zu haben.

Kaffee zum Beispiel, Bananen, Orangen und Schokolade. Das sind tatsächlich die vier nicht regionalen Hauptprodukte, die ich zum Überleben brauche.

Da tendiere ich doch seit einiger Zeit eher zu Fairtrade.

Aber auch hier zeigt sich wieder: Fairtrade ist nicht gleich Fairtrade. Genau genommen ist nur GEPA, zumal Dreiviertel der GEPA Lebensmittel auch noch aus dem ökologischen Landbau kommen, wirklich fair. Nicht aus Demeter oder Biolandhöfen, aber man kann eben nicht alles haben.

Aber egal ob wirklich Bio oder GEPA, die meisten Dinge sind doch ziemlich verpackt.

Verpackunsmüll ist, auch wenn Deutschland ein Vorbild in Trennung und Recyling ist, mindestens genau so schlimm wie Genmais und Düngegifte.

Nun gibt es auch in Leipzig neuerdings Unverpackt-Läden. Genau genommen zwei. Beide nicht mal ein Jahr alt. Einen in der Südvorstadt, einen in Plagwitz, also genau da, wo man solche Läden erwarten darf.

Allerdings vergrößert das das Dilemma um eine weitere Entscheidungsmöglichkeit. Zwar werden hier nur Bioprodukte angeboten, allerdings eben gerade mal die nach EU-Richtlinien als Bioprodukte geltenden Lebensmittel.

Fairtrade ist eigentlich nebensächlich. Regional. Naja.

Wahrscheinlich wäre auch unverpackt, echt Bio UND echt Fairtrade tatsächlich unbezahlbar, denn natürlich ist unverpackt teurer als verpackt.

So wühle ich mich also durch ständige Kompromisse, wobei die Bio-Supermärkte im Moment die geringste Beachtung finden. Es gibt noch zwei mir bekannte Einzelhändler, aber da komme ich eher selten hin. Zumal es mir auch da viel zu viele Dinge mit EU-Siegel gibt.

Da bleibt eigentlich nur der Wochenmarkt.

Der Wochenmarkt erfüllt einige Kriterien. Er ist regional. Es gibt Biobauern. Ich kann die Produkte auch ohne Verpackung kaufen.

Freilich ist nicht alles Bio und ob die Bauern ihre Arbeiter fair behandeln bzw die Bauern selber fair behandelt werden, kann ich auch nicht wissen.

Da aber regional, kann man die Höfe besuchen. Man kann sich umsehen und sich zumindest von der Art der Tierhaltung ein Bild machen.

So kaufe ich meinen Schafs- und Ziegenkäse, meine Rinds- und Schafssalami nur bei solchen Bauern. Jedenfalls, wenn sie da sind.

Und natürlich kaufe ich mein Brot beim Bäcker um die Ecke.

Und viele Dinge bei Discountern.

Aber bestimmte Dinge gibt es eben nur aus dem Garten, vom Markt, unverpackt oder Fairtrade.

Mal sehen, wie lange ich daran festhalte. Ich bin gespannt.

Veröffentlicht unter Im Osten nichts Neues, Küchenkram | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 14 Kommentare

Butter-Mandel-Kekse

Da war ich nun doch etwas verwirrt.

Weils überall schon so Zeugs zum aufs Grab legen gab. Die ganze Woche!

So viel Zeug zum aufs Grab legen gibt’s immer um den Totensonntag rum.

Totensonntag.

Danach dürfen Weihnachtslieder gesungen werden. Denn der folgende Sonntag ist der erste Advent.

Das der Totensonntag dem Buß- und Bettag FOLGT, und der ja erst nächste Woche ist, war mir entfallen. Auch, dass es trotz Pfefferkuchen und Weihnachtskalendern in allen Läden noch ein Stück hin ist bis zur Adventszeit.

Trotzdem.

Etwas zeitig, zugegeben.

Gestern habe ich die ersten Weihnachtsplätzchen gebacken.

Bei Freunden.

Zusammen mit Freunden.

Aus Deutschland und Syrien.

Ich habe ein neues Grundrezept probiert.

Kann man das ganze Jahr so backen und essen.

Mit Zimt, Anis oder Kakao wird’s dann weihnachtlich.

Gestern habe ich mit Zimt, heute mit Anis und Kakao.

Das Foto ist von gestern. Und meine neuen Kekse sind gar nicht drauf.

Ist trotzdem schön, das Foto.

img-20161113-wa0001

Und hier das Rezept.

250g Mehl

150g Zucker

200g Butter

2 Pck Vanillezucker

1 Prise Salz

2 Eigelb

70g Mandeln

Zum Bestreichen:

1 Eigelb

1 EL Milch

Und für Weihnachten

2 TL Zimt oder

2 EL Kakao oder

2 TL Anis oder was immer Sie mögen.

Zutaten ordentlich kneten

Aus dem Teig kleine Kügelchen formen, auf Backpapier legen und mit zwei Fingern flach drücken.

Milch und Eigelb verquirlen und damit die Plätzchen bepinseln.

8-10 min bei 175°C backen.

Fertig.

Guten Appetit!

Ach so, das Zeugs zum aufs Grab legen gabs wohl wegen des Volkstrauertags zu kaufen. Muss ich mal guggeln, was das schon wieder ist.

Veröffentlicht unter Küchenkram | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Geschichtsstunde

So, die erste Arbeitswoche ist vorbei. Sie war angenehm kurz, da sie ja eh erst am 1. November los ging. Aber weil der 31. Oktober hierzulande ein Feiertag ist, saß ich nicht alleine rum.

Einen jungen Mann aus Syrien, den ich bei einem Kochabend von und mit Geflüchteten kennenlernte, und der somit keiner meiner ehemaligen Schüler ist, habe ich zunächst missbraucht, um meinen Garten winterfest zu machen. Dann aber, weil wir dank seiner Hilfe so flink waren, fuhren wir zum Völkerschlachtdenkmal.

Zu diesem Teil habe ich mich in diesem und im Vorgängerblog schon hinreichend geäußert, für den Gartenhelfer aber war das Ding neu. Jedenfalls von innen.

Meine Herren.

Ich war da ja auch ewig nicht mehr drin, geschweige denn oben. Mindestens seit der Fertigstellung der Sanierung anlässlich der 200-Jahrfeier der Völkerschlacht nicht. Und so landeten wir im Fundament.

Da war ich ja noch nie.

Natürlich kommt man nur ins oberirdische Fundament. Aber immerhin. Irgendwo biegt man von der Treppe ab und landet in einem Raum, in dem permanent ein Video läuft. Völkerschlacht, Bau des Denkmals, Missbrauch und Sanierung desselben.

Übrigens Treppen.

Es gibt ja schon seit einiger Zeit einen Fahrstuhl. Immerhin bis zur Sängerhalle.

Aber wir sind natürlich gelaufen. 500 Stufen. Da wir nicht über die Außentreppe direkt zum Eingang der Krypta gegangen sind, sondern eben durch das Fundament, hoffe ich, dass es nicht mehr waren.

Das Ding ist 91 m hoch und im Prinzip hohl. Also ich meine, wenn man in der Krypta steht, kann man bis hoch gucken. Und dementsprechend in der Sängerhalle bis ganz runter, oder aber eben auch bis ganz hoch.

Interessant für mich, das hatte ich vergessen, war, dass die Reiter in der Kuppel von oben ganz verschoben aussehen. Von unten erkennt man sie natürlich.

Früher gab es gleich unten am Eingang zur Krypta einen Raum, da konnte man sich erst mal ein bisschen informieren. Gibt es nicht mehr und ich kramte angestrengt in meinen Hirnwindungen, um alle Fragen zu beantworten.

Zum Glück, vorerst, haben wir den Eingang zur Ruhmeshalle nicht gefunden. Wir können sie zwar sehen, und ich stammle was von Opferbereitschaft, Vaterlandsliebe, Ruhm und Ehre, bin mir aber nicht sicher. Ganz unten jedenfalls, in der Krypta, die Ritter da, die bewachen das symbolische Grab der in der Völkerschlacht Gefallenen.

Und über uns die Reiter in der Kuppel, naja, das sind eben Reiter.

Wir stiefeln weiter. Die Treppen werden nun enger und enger. Es gibt welche für den Aufstieg und welche für den Abstieg. Weil es so eng ist. Einen Drehwurm kriegt man auch. Ich glaube mich zu erinnern, dass es jetzt durch irgendeine Figur geht. Durch einen der Wächter, die um die Kuppel herum angebracht sind.

Kann aber sein, dass es da erst ab der ersten Aussichtsplattform hinein geht, denn ab da wird’s noch enger. Und ab hier regelt eine Ampel Auf- und Abstieg.

Wir sind ganz oben. Als Kind lag ich auf der Brüstung und guckte hinunter. In Begleitung meiner Eltern, Großeltern oder Lehrer. Je nachdem. Heute ist das natürlich strengstens verboten.

Die Sonne ist heraus gekommen. Immerhin. Trotzdem, Weitsicht sieht anders aus. Aber mein Gartenhelfer und Nicht-Schüler ist begeistert und fotografiert und fotografiert. Die Stadt können wir sehen und von hier oben erkunden. Und wen interessiert heute schon der Collm oder Liebertwolkwitz.

Treppab wollen wir jetzt aber die Ruhmeshalle nicht verpassen.

Das ist doch zum verrückt werden.

In der Krypta frage ich so einen Kartenkontrollierer.

Ach so, raus und die nächste Tür rechts.

Hatte ich vergessen.

Nun stehen wir also hier.

9,5 m hoch sind die vier Plastiken und verkörpern die Eigenschaften des Deutschen Volkes während des Befreiungskriegs. Dass das da Befreiungskriege hieß oder heißt, habe ich ja schon vor drei Jahren verwundert festgestellt.

Ich habe natürlich vergessen, was die Deutschen Eigenschaften sind, stattdessen amüsieren wir uns darüber, dass die stillende Mutter eigentlich ein Mann ist. Ein Mann mit zwei Brüsten. Erst jetzt lese ich, das ist eine sinnende Mutter. Ich hoffe, ich sah nie so aus, wenn ich sinnierte. Naja, jedenfalls, falls Sie wissen wollen, was die Eigenschaften des Deutschen Volkes in den Befreiungskriegen waren, Voilá:

Volkskraft (eben jene Mutter)

Glaubensstärke

Tapferkeit

Opferbereitschaft

Vielleicht lässt sich daraus ja ne Leitkultur basteln.

Wir staunen eher über die Leistung der Erbauer.

Und gehen dann noch ins Museum nebenan. Immerhin kostet der Eintritt 8€, da will ich das ganze Paket.

Ich glaube aber, mein Gartenhelfer fühlt sich hier nicht wirklich wohl. Zuviel Krieg. Zuviel Zerstörung, Zuviel tote Zinnfiguren.

War trotzdem ein schöner Tag. Der junge Mann freut sich, weil er das Thema gerade im Orientierungskurs hat.

Und ganz im Sinne der Völkerverständigung gibt’s zum Abschluss Döner.

Ich hatte wieder nur die kleine Kamera mit. Deshalb kann ich Ihnen nicht alle zu Stein gewordenen Eigenschaften des Deutschen Volkes im Befreiungskrieg zeigen. Zu viele Bilder sind einfach nix geworden.

Trotzdem: Drauf klicken = groß gucken.

Veröffentlicht unter Leipzig, Willkommen in Deutschland | Verschlagwortet mit , , | 3 Kommentare

Geschafft

Es ist geschafft.

Nachdem ich also über ein Jahr ehrenamtlich und kurzzeitig mal auf Honorarbasis in der Flüchtlingshilfe gearbeitet habe, nachdem ich fleißig Stunden gesammelt habe, um dieses BAMF-Zertifikat zu bekommen, nachdem ich auf eigene Faust Lehrgänge gemacht habe und mithilfe des Arbeitsamtes eine Umschulung, weil ich ziemlich schnell begriffen habe, dass ich in meinem Beruf wohl kaum ne Chance hätte, suchten die doch Leute mit Berufserfahrung in der Landwirtschaft, die ich aber nach 34 Jahren Forschung nicht habe und mir auch an den 2 Tagen pro Woche auf einem Bauernhof südlich von Leipzig nicht aneignen konnte, und auch für diverse Landwirtschaftsämter ungeeignet schien, werde ich nun ab nächste Woche etwas ganz anderes machen.

Etwas ganz anderes als in meinem bisherigen Berufsleben. Dafür etwas, was ich seit August letzten Jahres mache.

Nein, ich werde nicht als DAZ-Lehrerin arbeiten. Obwohl ich sogar dafür zuletzt zwei Zusagen hatte. Allerdings erschien mir die Bezahlung zu schlecht und der Projektzeitraum zu kurz.

Nein, ich bin in der Beratung gelandet.

Das ist etwas ganz anderes als das, was mich bis zum Juni letzten Jahres umtrieb. Ein Neuanfang quasi. Die totale Umorientierung.

Mit 56.

Ich bin ein bisschen stolz auf mich, froh, aufgeregt und neugierig auf die kommenden Jahre.

Veröffentlicht unter Im Osten nichts Neues, Willkommen in Deutschland | Verschlagwortet mit , , | 19 Kommentare

Perspektivwechsel

Auf Flohmärkte gehe ich normalerweise als potentieller Käufer.

Also früher, gaaanz früher, war das schon mal anders. Als das Große Kind noch klein war. Sehr klein. Da nähte ich im Stübchen Kleider, packte sie am Wochenende in einen großen Koffer, das damals noch ganz kleine Große Kind in den Wagen und fuhr in die Pampa, in Sachsen oder Sachsen-Anhalt, manchmal auch Thüringen, und verkaufte die Kleider auf Flohmärkten. Da habe ich ganz gut verdient damit.

Der Markt brach natürlich zusammen, als die Mauer geöffnet wurde. Alle wollten West-Billigware.

Ich habe mich gefreut, als ich vor ein paar Jahren feststellte, man besinnt sich wieder aufs Handwerk.Auf Weihnachts- Floh und anderen Märkten  sind die Stände mit den selbst genähten Sachen, egal ob für groß oder klein, längst wieder Normalität.

Trotzdem, ich geh dahin als potentieller Käufer.

Aber heute, heute wars mal wieder anders.

Das Große Kind, das inzwischen wirklich groß ist, hatte die Idee, zu kleine Kindersachen auf einem speziellen Flohmarkt an das Kind und dessen erwachsene Begleitung zu bringen. Und mich bat sie um Unterstützung. Schließlich mit zwei kleinen Kindern, also der Prinzessin und dem Kleinen König, könnte es passieren, dass Verkaufsgespräche etwas halbherzig, weil abgelenkt, geführt werden.

Und so saß ich heute wieder Mal auf der anderen Seite des Tischs.

Außer als ich Kaffee und Kuchen geholt habe.

Außer als ich  mit der Prinzessin auf dem Spielplatz war.

Außer als ich mit Prinzessin und/oder Kleinem König in einer Ecke saß und neues Spielzeug ausprobierte.

Aber meistens schon.

 

Veröffentlicht unter Im Osten nichts Neues, KinderKinder | Verschlagwortet mit , , , | 3 Kommentare

Kleine Hunde – große Haufen

Gestern auf dem Weg zu einer Schlüsselübergabe…

Klicken Sie auf eins der Bilder!

Veröffentlicht unter Straßengalerie | Verschlagwortet mit , , , | 4 Kommentare

Wasser, Blubber, Schnee und Feuer

Ich habe hier schon mal über das Problem der Islandfotos berichtet. Nein, nicht hier. Auf dem Vorgängerblog.  Der Fluch der Digitalkamera

Soll ich Ihnen was sagen? Ich habe das Album immer noch nicht. Ach das Kleine Kind lähmte die Unzahl der Fotos.

Und nun war auch noch die Onlinegalerie verschwunden. Der Anbieter hat den Dienst eingestellt. Ich frage mich bei dieser Gelegenheit übrigens, was so ein diensteinstellender Anbieter mit nicht nur meinen Fotos macht. Verkaufen? Vernichten?

Eine Email darüber, dass die Galerien zumindest für mich verschwinden, gab es übrigens nicht.

Und so saß ich gestern da und stellte ein neues Album zusammen. Ein Online- Album.

Auf das aus Papier muss ich wohl noch ne Weile warten.

Island 2008 – Eine Rundreise in Bildern

Veröffentlicht unter Erinnerung, Wanderlust | Verschlagwortet mit , , , , | 4 Kommentare